Hohe Anforderungen: Aufklärungsbögen genügen nicht

Für den Nachweis einer ordnungsgemäßen ärztlichen Aufklärung in einem Arzthaftungsprozess reicht nicht der Verweis auf ausgefüllte Aufklärungsbögen, meint das Oberlandesgericht Koblenz. Stattdessen soll das Gericht den aufklärenden Arzt und den Patienten anhören und notfalls einen Sachverständigen befragen. Setzt sich diese Rechtsprechung zu den Ermittlungspflichten bei dem Vorwurf eines Aufklärungsfehlers durch, kommt auf alle Beteiligten eines Arzthaftungsprozesses einige Mehrarbeit zu. „Hohe Anforderungen: Aufklärungsbögen genügen nicht“ weiterlesen

Oberarzt überwacht angehenden Facharzt vom Nebenraum aus per Monitor: ein Behandlungsfehler?

Ärzte, die noch Berufsanfänger sind, können und müssen operieren, um Erfahrungen zu sammeln. Der weiterbildende Arzt muss den Anfänger aber überwachen. Bei einer Herzkatheteruntersuchung reicht es dafür aus, wenn der Oberarzt den Anfänger von einem Nebenraum mittels Monitor überwacht. Ein Behandlungsfehler ist dann nicht gegeben. „Oberarzt überwacht angehenden Facharzt vom Nebenraum aus per Monitor: ein Behandlungsfehler?“ weiterlesen

OLG Frankfurt definiert Risiko­angabe „vereinzelt“ neu – mit Risiken für den aufklärenden Arzt

Gibt ein Arzt die Wahrscheinlichkeit für eine postoperative Komplikation mit der Formulierung „vereinzelt“ an und beträgt das tatsächliche Risiko 20 %, so stelle dies keine zur Unwirksamkeit der Aufklärung führende Verharmlosung dar (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 26.3.2019 – 8 U 219/16). Das Urteil widerspricht Wertungen einer kürzlich ergangenen BGH-Entscheidung zur Risikoaufklärung und ist kritisch zu betrachten.

von Rechtsanwalt Philip Christmann, Fachanwalt für Medizinrecht, Berlin/Heidelberg – www.christmann-law.de „OLG Frankfurt definiert Risiko­angabe „vereinzelt“ neu – mit Risiken für den aufklärenden Arzt“ weiterlesen