Arzthaftung: Die Verjährung beginnt nicht schon, wenn die Behandlung keinen Erfolg hatte

Wendet der Arzt in einem Arzthaftungsprozess ein, dass der Patient aufgrund grober Fahrlässigkeit nicht erkannt hätte, dass ein Behandlungsfehler vorlag (§ 199 I Nr. 2 BGB), so ist zu Gunsten des Patienten zu berücksichtigen, dass dieser nicht ohne Weiteres aus einer Verletzungshandlung, die zu einem Schaden geführt hat, auf einen schuldhaften Behandlungsfehler zu schließen braucht. Der Einwand des Arztes, der Arzthaftungsanspruch sei verjährt, führt damit selten zum Erfolg. „Arzthaftung: Die Verjährung beginnt nicht schon, wenn die Behandlung keinen Erfolg hatte“ weiterlesen

Arzt darf sich auf Befundbericht eines Kollegen verlassen, wenn der nicht offensichtlich falsch oder unplausibel ist

Ein Arzt ist grundsätzlich nur für sein Fachgebiet verantwortlich, er darf also auf sorgfältiges Arbeiten des jeweils anderen Arztes in dessen Fachgebiet vertrauen. Solange also keine offensichtlichen Qualifikationsmängel oder Fehlleistungen erkennbar werden, darf der Arzt sich darauf verlassen, dass auch der Kollege des anderen Fachgebiets seine Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt erfüllt, ohne dass insoweit eine gegenseitige Überwachungspflicht besteht. Gewichtigen Zweifeln hingegen muss der Arzt nachgehen. „Arzt darf sich auf Befundbericht eines Kollegen verlassen, wenn der nicht offensichtlich falsch oder unplausibel ist“ weiterlesen

Bei der Geburt Herzschlag verwechselt: Grober Behandlungsfehler

Ein heute 8 Jahre altes Mädchen hat als Folge einer  Sauerstoffunterversorgung vor der Geburt einen schweren Hirnschaden erlitten; sie ist schwerstbehindert und wird Zeit ihres Lebens immer auf fremde Hilfe angewiesen sein. Der Grund dafür waren wohl eklatante Fehler bei der Geburt. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat dem Mädchen aus dem Landkreis Gütersloh 500.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. „Bei der Geburt Herzschlag verwechselt: Grober Behandlungsfehler“ weiterlesen