{"id":11926,"date":"2025-03-03T12:01:37","date_gmt":"2025-03-03T12:01:37","guid":{"rendered":"https:\/\/oberarzt-heute.de\/?p=11926"},"modified":"2025-03-03T12:01:37","modified_gmt":"2025-03-03T12:01:37","slug":"diagnosen-praezise-dokumentieren-ein-schritt-zu-besserer-patientenversorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oberarzt-heute.de\/?p=11926","title":{"rendered":"Diagnosen pr\u00e4zise dokumentieren: Ein Schritt zu besserer Patientenversorgung"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Der Diagnosekopf in Krankenhaus-Entlassbriefen steht im Mittelpunkt einer neuen Studie der Universit\u00e4t Witten\/Herdecke, die im <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Journal of General Internal Medicine<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> ver\u00f6ffentlicht wurde. Die Studie schl\u00e4gt einen einheitlichen, fach\u00fcbergreifenden Standard f\u00fcr die Struktur und den Inhalt des Diagnosekopfs in Entlassbriefen vor, der auf den Pr\u00e4ferenzen der deutschen \u00c4rzteschaft basiert. Die Studie zeigt auch eine schematische Visualisierung des vorgeschlagenen Diagnosekopfs.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Hintergrund der Untersuchung ist die weitverbreitete Unzufriedenheit unter \u00c4rzt:innen mit der Qualit\u00e4t von Entlassbriefen, die h\u00e4ufig unklar, unstrukturiert oder fehlerhaft sind. In Deutschland fehlt bislang ein einheitlicher Standard f\u00fcr den Inhalt und die Struktur des Diagnosekopfs. Dies f\u00fchrt dazu, dass wichtige Informationen zu Patient:innen im entscheidenden Moment oft nicht vorliegen und verhindert die nahtlose \u00dcbertragung von Diagnosedaten in die IT-Systeme der weiterbehandelnden \u00c4rzt:innen. Die Studie hat das Ziel, die Kommunikation therapierelevanter Informationen zwischen Krankenhaus- und niedergelassenen \u00c4rzt:innen zu verbessern und auf Basis \u00e4rztlicher Pr\u00e4ferenzen einen einheitlichen, digitalen Diagnosekopf zu etablieren, um die Qualit\u00e4t der Patientenversorgung nachhaltig zu steigern.<\/span><\/span><\/p>\n<h5><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Was die Studie zeigt<\/b><\/span><\/span><\/h5>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Die <strong>deutschlandweite Umfrage unter 602 \u00c4rzt:innen<\/strong> (davon <\/span><span lang=\"de-DE\">317 niedergelassen und 285 station\u00e4r<\/span><span lang=\"de-DE\">) ergab, dass 95,7% der befragten \u00c4rzt:innen den Diagnosekopf als <strong>\u201eentscheidend\u201c f\u00fcr die Weiterbehandlung ihrer Patient:innen<\/strong> einstufen. Gleichzeitig zeigten sich jedoch<strong> nur 36,9% der Befragten <\/strong><\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">zufrieden <\/span><\/span><\/strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">mit dem aktuellen Inhalt und Format. Uneinheitliche Gestaltung, fachspezifische Abk\u00fcrzungen und das <strong>Fehlen verbindlicher Standards<\/strong>, wodurch beispielsweise <strong>ICD-10-Codes meist nicht angegeben<\/strong> werden, f\u00fchren laut der Umfrage nicht nur zu <strong>Missverst\u00e4ndnissen<\/strong>, sondern auch zu einem erheblichen administrativen <strong>Mehraufwand<\/strong> f\u00fcr niedergelassene Haus\u00e4rzt:innen. Die gr\u00f6\u00dfte Kritik: mangelnde Interoperabilit\u00e4t mit Praxis-und Krankenhaussoftware (10,9% zufrieden), Unvollst\u00e4ndigkeit der Angaben (27,9% zufrieden), und mangelnde Strukturierung, z.B. durch \u00dcberschriften oder Sortierung (28.1% zufrieden). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Als Ursachen f\u00fcr mangelhafte Diagnosek\u00f6pfe identifizierten die befragten Krankenhaus\u00e4rzt:innen (n = 285) zw\u00f6lf Faktoren. Als am relevantesten wurde bewertet: die<strong> unreflektierte \u00dcbernahme von Daten<\/strong> aus vorherigen Briefen (96,1% bewerteten dies als relevant oder sehr relevant), <strong>Zeitdruck<\/strong> (89,4%), <strong>mangelhafte Aufnahmedokumentation<\/strong> (82,6%) sowie das Fehlende allgemeiner Vorgaben und Konventionen (70,4%).<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Die Mehrheit der \u00c4rzt:innen (91,2%) sprach sich deutlich f\u00fcr die Einf\u00fchrung eines einheitlichen Standards aus. Besonders wichtig sind laut der Studie 18 zentrale Inhaltselemente, die pro aktueller Behandlungsdiagnose angegeben werden sollten, darunter besonders wichtig (&gt;95,0% Zustimmung):<\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Name der Diagnose (inklusive ICD-10 Code)<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Schweregrad, Stadium, Einstufung oder TNM-Klassifikation<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Lokalisation (z.B. beidseitig, rechts), Ausdehnung (5cm, gro\u00dffl\u00e4chig), Befallsmuster<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Verlauf (z. B. akut, chronisch, rezidivierend)<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Auspr\u00e4gung (z.B. symptomatisch, reizlos)<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Komplikationen<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Datum der Erstdiagnose<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">\u00c4tiologie oder Ursache (z.B. nosokomial, ambulant erworben)<\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Hinsichtlich des Formats zeigte die Studie unter anderem, dass eine<strong> klare Trennung von aktuellen und chronischen\/vorherigen Diagnosen<\/strong> durch \u00dcberschriften von 86,4 % der Befragten \u00c4rzt:innen bevorzugt wurde.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Die Studie offenbarte zudem Unterschiede zwischen station\u00e4r und ambulant t\u00e4tigen \u00c4rzt:innen. So wurden<strong> ICD-10-Codes<\/strong> von niedergelassenen \u00c4rzt:innen als essenziell f\u00fcr die \u00dcbertragung der Diagnosen in ihr IT-System betrachtet (95,6 % bewerteten sie als notwendig). Im Gegensatz dazu sahen Krankenhaus\u00e4rzt:innen diese deutlich seltener als erforderlich an (61,1 %, p &lt; 0,001), eine vermeintliche Erkl\u00e4rung, warum ICD-10-Codes in Entlassbriefen h\u00e4ufig fehlen. Dar\u00fcber hinaus bewerteten niedergelassene \u00c4rzt:innen signifikant h\u00e4ufiger konkrete \u201eHandlungsempfehlungen f\u00fcr weitere Ma\u00dfnahmen\u201c<\/span><span lang=\"de-DE\"> (76,6 % vs. 63,6 %, p &lt; 0,001)<\/span><span lang=\"de-DE\"> und Informationen zu \u201eNachsorgeterminen\u201c<\/span><span lang=\"de-DE\"> (77,3 % vs. 63,5 %, p &lt; .001)<\/span><span lang=\"de-DE\"> als notwendig im Vergleich zu ihren station\u00e4r t\u00e4tigen Kolleg:innen.<\/span><\/span><\/p>\n<h5><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Fazit: Ein Schritt in Richtung Einheitlichkeit<\/b><\/span><\/span><\/h5>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen den dringenden<strong> Bedarf an einheitlichen Standards<\/strong> f\u00fcr den Diagnosekopf in Entlassbriefen. Eine standardisierte und klar strukturierte Dokumentation w\u00fcrde nicht nur Missverst\u00e4ndnisse reduzieren, sondern auch eine reibungslose \u00dcbertragung von Diagnosedaten zwischen IT-Systemen erm\u00f6glichen und somit die Qualit\u00e4t der Patientenversorgung verbessern. Dar\u00fcber hinaus erleichtert eine strukturierte Erfassung von Diagnosen die sekund\u00e4re Nutzung von Diagnosedaten f\u00fcr Forschungszwecke.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Die Autoren hoffen, dass die Ergebnisse in die Gestaltung des elektronischen Krankenhaus-Entlassbriefs einflie\u00dfen, der derzeit von der Kassen\u00e4rztlichen Bundesvereinigung entwickelt wird. <\/span> <span lang=\"de-DE\">Der n\u00e4chste Schritt hierf\u00fcr ist die Programmierung des vorgeschlagenen Diagnosekopfs als Medizinisches Informationsobjekt (MIO), was auch die Interoperabilit\u00e4t mit der elektronischen Patientenakte sicherstellt. Zus\u00e4tzlich hoffen die Autoren, dass IT-Systemhersteller die gewonnenen Erkenntnisse bei der Weiterentwicklung ihrer Krankenhausinformationssysteme (KIS) ber\u00fccksichtigen, damit station\u00e4r t\u00e4tige \u00c4rzt:innen die technischen Voraussetzungen erhalten, den Diagnosekopf schnell und einfach auszuf\u00fcllen. Interaktive Funktionen im KIS wie Verlinkungen zu Befunden, ein- und ausklappbare Details sowie Such- und Filteroptionen k\u00f6nnen zudem die \u00dcbersichtlichkeit steigern und die Nutzung erleichtern. Mittelfristig ist zudem zu erwarten, dass der Dokumentationsaufwand verringert werden kann durch den Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz zur automatischen Vorbef\u00fcllung der Datenfelder im Diagnosekopf.<\/span><\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\">Weitere Details und Erkenntnisse finden Sie in der vollst\u00e4ndigen Publikation unter: <\/span><span style=\"color: #467886;\"><u><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11606-025-09395-9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"de-DE\">https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11606-025-09395-9<\/span><\/a><\/u><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Abbildung 1: Beispielhafte Visualisierung des interdisziplin\u00e4ren Standards<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/oberarzt-heute.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Abbildung-1-Diagnosekopf-Visualisierung-Fallbeispiel.png?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"11927\" data-permalink=\"https:\/\/oberarzt-heute.de\/?attachment_id=11927\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/oberarzt-heute.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Abbildung-1-Diagnosekopf-Visualisierung-Fallbeispiel.png?fit=4500%2C6500&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"4500,6500\" data-comments-opened=\"0\" data-image-title=\"Abbildung 1 Diagnosekopf Visualisierung Fallbeispiel\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Beispielhafter Diagnosekopf&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/oberarzt-heute.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Abbildung-1-Diagnosekopf-Visualisierung-Fallbeispiel.png?fit=960%2C1387&amp;ssl=1\" class=\"alignnone wp-image-11927 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/oberarzt-heute.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Abbildung-1-Diagnosekopf-Visualisierung-Fallbeispiel.png?resize=480%2C640&#038;ssl=1\" alt=\"Beispielhafter Diagnosekopf\" width=\"480\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/oberarzt-heute.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Abbildung-1-Diagnosekopf-Visualisierung-Fallbeispiel.png?resize=480%2C640&amp;ssl=1 480w, https:\/\/i0.wp.com\/oberarzt-heute.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Abbildung-1-Diagnosekopf-Visualisierung-Fallbeispiel.png?zoom=2&amp;resize=480%2C640&amp;ssl=1 960w, https:\/\/i0.wp.com\/oberarzt-heute.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Abbildung-1-Diagnosekopf-Visualisierung-Fallbeispiel.png?zoom=3&amp;resize=480%2C640&amp;ssl=1 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<h3><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Praktische Tipps f\u00fcr \u00c4rzt:innen zur Dokumentation von Diagnosen<\/b><\/span><\/span><\/h3>\n<table width=\"604\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"7\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"71\">\n<p align=\"left\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Allgemein<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"506\">\n<ul>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Pr\u00e4gnanz:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> So knapp wie m\u00f6glich, aber vollst\u00e4ndig; gesamter Brief wird oft nicht gelesen.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Klarheit:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> Klare, pr\u00e4zise und leicht verst\u00e4ndliche Sprache verwenden, damit nachvollziehbar f\u00fcr andere Fachrichtungen, insbes. Haus\u00e4rzt:innen.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Keine Abk\u00fcrzungen:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> Begriffe ausschreiben f\u00fcr bessere Lesbarkeit.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Standardterminologie:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> ICD-10-Codes hinzuf\u00fcgen und SNOMED-CT (international verbreitetes medizinisches Klassifikationssystem) Kodierung verwenden.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Konsistenz: <\/b><\/span><span lang=\"de-DE\">Empfehlungen, Ma\u00dfnahmen, Medikamente m\u00fcssen einer Diagnose zugeordnet werden k\u00f6nnen.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"71\">\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Struktur<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"506\">\n<ul>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Layout:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> Strukturiertes Layout, gem\u00e4\u00df der Studienvorlage verwenden (siehe Abbildung 1).<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>\u00dcberschriften:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> Aktuelle von relevanten chronischen\/vergangenen (Z.n.) Diagnosen trennen.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Reihenfolge:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> Diagnosen nach klinischer Relevanz sortiert und nach \u00c4tiologie gruppieren.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Zus\u00e4tzliche Abschnitte: <\/b><\/span><span lang=\"de-DE\">Spezifische Abschnitte bei Bedarf erg\u00e4nzen (z.B. chirurgischer\/onkologischer Verlauf, Allergien).<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"71\">\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Inhalt<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"506\">\n<ul>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Diagnosen:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> Diagnosen auflisten, keine Symptome.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Details:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> Mindestens Stadium\/Schweregrad, Erstdiagnosedatum sowie, K\u00f6rperstelle\/Ausdehnung, Verlauf, Auspr\u00e4gung, Komplikationen und \u00c4tiologie\/Ursache angeben.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Nachsorgema\u00dfnahmen:<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> Erforderliche Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Nach-behandler:innen klar angeben, verkn\u00fcpft mit der Diagnose.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Keine irrelevanten Eintr\u00e4ge: <\/b><\/span><span lang=\"de-DE\">Doppelt genannte Diagnosen entfernen und zusammenh\u00e4ngende gruppieren.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p lang=\"de-DE\">\n<h3><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Wissenschaftliche Zusammenfassung der Studie <\/b><\/span><\/span><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><b><span lang=\"de-DE\">Hintergrund:<\/span><\/b><span lang=\"de-DE\"> \u00c4rzt:innen klagen h\u00e4ufig \u00fcber unstrukturierte, fehlerhafte und inkonsistente Entlassbriefe. Obwohl der Diagnosekopf, neben dem Medikationsplan, das Herzst\u00fcck des Krankenhaus-Entlassbriefs darstellt, fehlt es bislang an einem einheitlichen Standard f\u00fcr dessen Inhalt und Struktur. Dies f\u00fchrt zu erheblichen Qualit\u00e4ts- und Inhaltsunterschieden, wodurch wichtige Informationen zu Patient:innen im entscheidenden Moment oft nicht vorliegen. Zudem erschwert die mangelnde Standardisierung die nahtlose \u00dcbertragung von Diagnosedaten in die IT-Systeme der weiterbehandelnden \u00c4rzt:innen, was die Kontinuit\u00e4t der Versorgung beeintr\u00e4chtigt.<\/span><span lang=\"de-DE\"><br \/>\n<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><b><span lang=\"de-DE\">Zielsetzung:<\/span><\/b><span lang=\"de-DE\"> Ziel der Studie war die Entwicklung eines fach\u00fcbergreifenden Standards f\u00fcr Struktur und Inhalt des Diagnosekopfs in Entlassungsbriefen, basierend auf den Pr\u00e4ferenzen der deutschen \u00c4rzteschaft. Dabei wurden die unterschiedlichen Anforderungen und W\u00fcnsche von station\u00e4r t\u00e4tigen \u00c4rzt:innen, die den Diagnosekopf verfassen, und niedergelassenen \u00c4rzt:innen, die ihn prim\u00e4ren lesen, ber\u00fccksichtigt und miteinander verglichen.<\/span><span lang=\"de-DE\"><br \/>\n<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><b><span lang=\"de-DE\">METHODE:<\/span><\/b><span lang=\"de-DE\"> Die Mixed-Methods-Studie kombinierte eine umfassende Literaturrecherche und Fokusgruppendiskussionen mit einer deutschlandweiten Umfrage unter 602 \u00c4rzt:innen (317 niedergelassen, 285 station\u00e4r ). W\u00e4hrend quantitative Analysen die Zufriedenheit und Pr\u00e4ferenzen der \u00c4rzteschaft bewerteten, lieferten qualitative R\u00fcckmeldungen tiefere Einblicke in bevorzugte Inhalte und Strukturen des Diagnosekopfs.<\/span><span lang=\"de-DE\"><br \/>\n<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><b><span lang=\"de-DE\">ERGEBNISSE:<\/span><\/b><span lang=\"de-DE\"> Obwohl 95,7 % der \u00c4rzt:innen den Diagnosekopf als entscheidend f\u00fcr die Nachsorge einsch\u00e4tzten, waren nur 36,9 % mit dessen aktuellem Inhalt und Struktur zufrieden. 91,2 % bef\u00fcrworteten eine Standardisierung des Diagnosekopfs und identifizierten 18 Inhaltelemente, die f\u00fcr jede aktuelle Behandlungsdiagnose enthalten sein sollten. Ein starker Konsens (&gt;95,0 % Zustimmung) bestand f\u00fcr \u201eName der Diagnose\u201c, \u201eSchweregrad\/Stadium\/Einstufung\/TNM\u201c, \u201eLokalisation (bds., R, L)\/Ausdehnung (5cm, gro\u00dfe\u2026)\/Befallsmuster\u201c, \u201eVerlaufsform (z. B. akut, chronisch, rezidivierend)\u201c, \u201eAuspr\u00e4gung (z.B. symptomatisch, reizlos)\u201c, \u201eKomplikationen\u201c, \u201eDatum der Erstdiagnose\u201c und \u201e\u00c4tiologie\/Ursache (z.B. nosokomial, ambulant erworben)\u201c. 86,4 % bevorzugten die Trennung aktueller und chronischer\/fr\u00fcherer Diagnosen durch separate \u00dcberschriften. ICD-10 Codes fehlen oft in Entlassbriefen, obwohl 95,6% der niedergelassenen \u00c4rzt:innen diese als notwendig ansahen. Niedergelassene \u00c4rzt:innen hielten zudem Informationen zur Nachbehandlung wie \u201eEmpfehlungen f\u00fcr weitere Ma\u00dfnahmen\u201c (76,6 % vs. 63,6 %, p &lt; .001) und \u201eNachsorgetermine\u201c (77,3 % vs. 63,5 %, p &lt; .001) h\u00e4ufiger f\u00fcr notwendig als station\u00e4re \u00c4rzt:innen. Ein Vorschlag f\u00fcr eine Visualisierung des Standards wurde entwickelt und durch eine Liste mit praktischen Empfehlungen zur Dokumentation von Diagnosen f\u00fcr \u00c4rzt:innen erg\u00e4nzt.<\/span><span lang=\"de-DE\"><br \/>\n<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><b><span lang=\"de-DE\">SCHLUSSFOLGERUNG:<\/span><\/b><span lang=\"de-DE\"> Die Studie stellt einen interdisziplin\u00e4ren Standard f\u00fcr den Diagnosekopf vor, der auf den Pr\u00e4ferenzen der deutschen \u00c4rzteschaft basiert. Der Standard soll die verlustfreie und pr\u00e4zise \u00dcbermittlung therapierelevanter Informationen verbessern und als Grundlage f\u00fcr einen bundesweit einheitlichen, digitalen und interoperablen Diagnosekopf dienen.<\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><em>Frings, J., Rust, P., Meister, S. et al. Diagnosis Documentation Done Right: Cross-Specialty Standard for the Diagnosis Section in German Discharge Summaries \u2014 A Mixed-Methods Study. J GEN INTERN MED (2025). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11606-025-09395-9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11606-025-09395-9<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Diagnosekopf in Krankenhaus-Entlassbriefen steht im Mittelpunkt einer neuen Studie der Universit\u00e4t Witten\/Herdecke, die im Journal of General Internal Medicine ver\u00f6ffentlicht wurde. 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