{"id":437,"date":"2016-04-28T09:22:17","date_gmt":"2016-04-28T09:22:17","guid":{"rendered":"http:\/\/oberarztheute.apps-1and1.net\/?p=437"},"modified":"2017-11-28T09:24:48","modified_gmt":"2017-11-28T09:24:48","slug":"generation-y-warum-sie-jungen-assistenzaerzten-nicht-mit-starren-hierarchien-kommen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oberarzt-heute.de\/?p=437","title":{"rendered":"Generation Y: Warum Sie jungen Assistenz\u00e4rzten nicht mit starren Hierarchien kommen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p class=\"Autorenzeile\"><em>von Diplom-P\u00e4dagoge Werner Fleischer, Beratung &#8211; Coaching &#8211; Moderation, <\/em><a href=\"http:\/\/www.ihrcoach.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>www.ihrcoach.com<\/em><\/a><\/p>\n<p class=\"Grundtext\"><strong>Derzeit erobert die sogenannte Y-Generation den Arbeitsmarkt &#8211; das sind die zwischen 1985 und 2000 Geborenen. Ihre Anspr\u00fcche an die Berufswelt scheinen mit der Realit\u00e4t in den Kliniken kaum vereinbar zu sein. Strenge hierarchische Strukturen, eine immer noch schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie und hohe Arbeitsbelastung &#8211; das ist nicht das, was sich die gut ausgebildeten \u201eYpsiloner\u201c als Perspektive vorstellen. Doch Kliniken m\u00fcssen es schaffen, auch f\u00fcr den \u00c4rzte-Nachwuchs der Y-Generation ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Wie kann dies gelingen?\u00a0<!--more--><\/strong><\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">Y steht auch f\u00fcr \u201ewhy?\u201c &#8211; \u201ewarum?\u201c<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Der Buchstabe \u00bbY\u00ab wird im Englischen \u00bbwhy\u00ab ausgesprochen, und genau die Frage nach dem \u201eWarum?\u201c ist ein Hauptmerkmal dieser Generation. Klaus Hurrelmann, bekannter Jugendforscher und Autor zahlreicher Jugendstudien, beschreibt die \u201eYpsiloner\u201c so: Die Generation Y ist mit einem gro\u00dfen \u00dcberangebot aufgewachsen. Gleichzeitig erschienen ihnen ihre Zukunftsperspektiven w\u00e4hrend ihrer gesamten Jugend unsicher. Krisen wie der 11. September, die Ersch\u00fctterung des Welt-Finanzsystems oder Fukushima haben sie zweierlei gelehrt: nichts ist sicher &#8211; und es geht immer irgendwie weiter.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">Arbeit soll nicht v\u00f6llig vereinnahmen<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Ihr berufliches Ziel ist es, weit zu kommen und ihre Zukunft zu sichern. Aber sie ziehen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten, eine gute Arbeitsatmosph\u00e4re und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einer steilen Karriere vor. Gut ausgebildet und auf alle Eventualit\u00e4ten eingestellt, scheinen sie mit einer gro\u00dfen inneren Sicherheit und dem Gef\u00fchl, etwas Besonderes zu sein, durchs Leben zu gehen. Sie m\u00f6chten sich nicht &#8211; wie ihre Elterngeneration &#8211; von der Arbeit v\u00f6llig vereinnahmen lassen. Zeit f\u00fcr ein Privatleben ist ihnen wichtig. Diese Anspr\u00fcche an ihr Berufsleben fordern sie auch sehr selbstbewusst ein.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">Nicht gelernt, Entscheidungen zu treffen<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">In der Hochschule haben \u201eYpsiloner\u201c erlebt, dass sie besser sind als die Absolventen vor ihnen. Ihre Ausbildung fand in einem verschulten und strukturierten System statt, das sie gelehrt hat, sich sehr schnell viel Wissen anzueignen und bei Pr\u00fcfungen abzurufen. Diese Einstellung \u00fcbertragen sie auf das Berufsleben und gehen davon aus, besser zu sein als die \u00c4rztegenerationen vor ihnen, die nun zu ihren Vorgesetzten oder Kollegen werden. Einerseits m\u00f6chten sie Verantwortung \u00fcbernehmen und ihr Wissen pr\u00e4sentieren, andererseits haben sie aber w\u00e4hrend ihrer Ausbildung kaum gelernt, selbstst\u00e4ndig zu arbeiten und Entscheidungen zu treffen. Hierdurch \u00fcbersch\u00e4tzen sie ihre Kompetenzen und ihre neuen Ideen, die sie h\u00e4ufig offen und direkt gegen\u00fcber Vorgesetzten und Kollegen selbstbewusst vertreten.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">Was bedeutet das f\u00fcr die Krankenh\u00e4user?<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Aus diesen Beschreibungen resultiert zum einen, dass Assistenz\u00e4rzte der Generation Y dringend Ober\u00e4rzte an ihrer Seite haben m\u00fcssen, die sie wirksam f\u00fchren. Zum anderen haben junge \u00c4rzte andere Anspr\u00fcche an ihre Vorgesetzten als die Assistenten-Generationen vor ihnen. Mit einer ausgepr\u00e4gten hierarchischen Struktur, wie sie teilweise in Krankenh\u00e4usern immer noch die Regel ist, tun sich \u201eYpsiloner\u201c schwer. Stattdessen w\u00fcnschen sie sich F\u00fchrungskr\u00e4fte, die sie f\u00f6rdern und coachen &#8211; also so, wie sie es von ihren Eltern gewohnt sind.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">W\u00fcnsche der Generation Y<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Die W\u00fcnsche junger Assistenz\u00e4rzte der Generation Y lassen sich folgenderma\u00dfen zusammenfassen:<\/p>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>informiert sein und ernst genommen werden<\/li>\n<li>systematische Einarbeitung und aktives Mentoring<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>professionelle Ausstattung<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>angenehme Arbeitsatmosph\u00e4re<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>klare Verantwortlichkeiten<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>Verbindlichkeit (in f\u00fcnf Jahren zum Facharzt)<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>berechenbares Arbeitszeitende<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>Perspektiven<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>R\u00fccksichtnahme auf individuelle Karriereplanung<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>Zeit f\u00fcr Familie und Freunde<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>Feedback<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>Hilfestellung bei bzw. vor der \u00dcbernahme von Verantwortung<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Grundtext\">Diese Beschreibungen machen deutlich, dass Kliniken ihre F\u00fchrungsstrukturen und ihre Kultur \u00fcberdenken m\u00fcssen, wenn sie nicht riskieren wollen, dass ihnen gut ausgebildete, ambitionierte und sehr lernwillige junge \u00c4rzte der Y-Generation reihenweise den R\u00fccken kehren. Allerdings schlagen bislang die meisten Chef- und Ober\u00e4rzte oder Personalreferenten die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammen, wenn ihnen junge Assistenten ihre Vorstellungen von Arbeitsinhalten, -abl\u00e4ufen und -zeiten darlegen.<\/p>\n<div class=\"tabelle_scroll\">\n<table class=\"basis-tabelle\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"05\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"Kasteninhalt\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<blockquote><p><b>PRAXISHINWEIS | <\/b> Von den &#8211; zun\u00e4chst \u00fcbertrieben erscheinenden &#8211; Vorstellungen der jungen \u00c4rzte gehen wertvolle neue Impulse aus. Nehmen Sie diese konstruktiv auf! So gelingt vielleicht ein Wertewandel &#8211; weg vom m\u00e4nnerdominierten Chefwesen mit strengen Hierarchien und ausgepr\u00e4gtem Machtgerangel mit dem \u00fcberfordernden Anspruch, zu jeder Zeit einsatzbereit sein zu m\u00fcssen.<\/p><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">\u201eYpsiloner\u201c lassen sich nicht in jede Klinikkultur zwingen<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Wer als Oberarzt \u00c4rzte der Generation Y verstehen und ihr Potenzial an die Klinik binden m\u00f6chten, darf das intensive Gespr\u00e4ch mit ihnen nicht scheuen. Die Strategie, sich hinter Anweisungen und Direktiven zu verschanzen, um die \u201eYpsiloner\u201c auf diese Weise an die vorherrschende Klinikkultur anzupassen, ist zum Scheitern verurteilt &#8211; daf\u00fcr sind jungen Assistenten Werte wie Respekt, Anerkennung und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten viel zu wichtig. Werden diese Werte in einer Klinik nicht erf\u00fcllt, sind sie schnell bereit, in eine andere zu wechseln &#8211; der bewerberorientierte Arbeitsmarkt h\u00e4lt f\u00fcr sie viele Stellenangebote bereit. Und dauerhafte Loyalit\u00e4t f\u00fcr einen Arbeitgeber kann bei Ihnen nicht vorausgesetzt werden.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">Oberarzt als Mentor<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Wie k\u00f6nnen Sie als Oberarzt junge Assistenz\u00e4rzte binden und wirksam f\u00fchren? F\u00fcr eine verl\u00e4ssliche Anbindung werden sie im Organigramm der Klinik einem Oberarzt fest zugeordnet &#8211; auch wenn sie aufgrund der Rotation auf einer anderen Station eingesetzt und einer anderen Leitungskraft fachlich unterstellt sind. Als Oberarzt \u00fcbernehmen Sie f\u00fcr die Ihnen zugeordneten Assistenten die Rolle eines Mentors. Sie sind ihr disziplinarischer Vorgesetzter und damit ihr erster Ansprechpartner f\u00fcr organisatorische, soziale und teilweise fachliche Fragen. Diese verl\u00e4ssliche Anbindung \u00fcber ein bis zwei Jahre ist f\u00fcr junge Assistenten sehr wichtig und leistungsf\u00f6rdernd.<\/p>\n<p class=\"Grundtext\">Nach Absprache mit anderen fachlichen Vorgesetzten f\u00fchren Sie &#8211; im Idealfall &#8211; mit Ihren Assistenten die Mitarbeitergespr\u00e4che. Handelt es sich um Assistenten in Ausbildung, f\u00fchren im Idealfall der Chefarzt als Weiterbildungserm\u00e4chtigter und Sie als verantwortlicher Oberarzt die Gespr\u00e4che gemeinsam. Diese dienen gleichzeitig der Vorbereitung von Logbuch-Gespr\u00e4chen, die der Chefarzt dann in verk\u00fcrzter Form durchf\u00fchren kann. Ein verbindliches, auf f\u00fcnf bis sechs Jahre angelegtes Facharzt-Curriculum stellt den strukturierten und z\u00fcgigen Weiterbildungsverlauf sicher.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">Planvolle Einarbeitung<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Mit der strukturierten Einarbeitungsphase legen Sie einen wichtigen Grundstein f\u00fcr die Integration junger Assistenten. Diese Phase ist nach drei Monaten zum Gro\u00dfteil abgeschlossen und hat zum Ziel, dass der neue Assistent<\/p>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>mit den Abl\u00e4ufen und Standards der Klinik vertraut ist,<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>sein Aufgabenspektrum und seine Zust\u00e4ndigkeiten kennt,<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>sich in die Klinik integriert und<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>sich der \u201eDienstf\u00e4higkeit\u201c n\u00e4hert.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Grundtext\">W\u00e4hrend dieser Einarbeitungsphase f\u00fchren Sie w\u00f6chentliche Gespr\u00e4che (ca. 20 Minuten Dauer) mit Ihrem neuen Assistenten, um sich gegenseitig \u00fcber Fragen und Probleme zu informieren. Gleichzeitig erf\u00e4hrt Ihr Mitarbeiter, wo er steht und wie seine Leistungen bewertet werden. Dieser enge Kontakt beugt Unsicherheit auf beiden Seiten vor.<\/p>\n<div class=\"tabelle_scroll\">\n<table class=\"basis-tabelle\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"05\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"Kasteninhalt\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<blockquote><p><b>FAZIT | <\/b> Mit den vorgestellten Ma\u00dfnahmen werden \u201eYpsiloner\u201c so gef\u00fchrt und gef\u00f6rdert, dass sie bereit sind, sich f\u00fcr einige Zeit an die Klinik zu binden. Letztlich kann kein Haus auf den \u00c4rzte-Nachwuchs der Generation Y verzichten. Wer es als Klinik oder leitender Arzt schneller schafft, sich auf die Anspr\u00fcche der \u201eYpsiloner\u201c einzustellen, gewinnt den Wettlauf um die \u201ebesten K\u00f6pfe\u201c.<\/p><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Diplom-P\u00e4dagoge Werner Fleischer, Beratung &#8211; Coaching &#8211; Moderation, www.ihrcoach.com Derzeit erobert die sogenannte Y-Generation den Arbeitsmarkt &#8211; das sind die zwischen 1985 und 2000 Geborenen. 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