{"id":619,"date":"2017-01-28T14:42:33","date_gmt":"2017-01-28T14:42:33","guid":{"rendered":"http:\/\/oberarztheute.apps-1and1.net\/?p=619"},"modified":"2017-11-28T14:44:32","modified_gmt":"2017-11-28T14:44:32","slug":"wollen-sie-das-mal-selbst-operieren-fuenf-risiken-beim-einsatz-des-assistenzarztes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oberarzt-heute.de\/?p=619","title":{"rendered":"\u201eWollen Sie das mal selbst operieren &#8230;?\u201c &#8211; F\u00fcnf Risiken beim Einsatz des Assistenzarztes"},"content":{"rendered":"<p class=\"Autorenzeile\"><em>von Dr. Rainer Hellweg, Fachanwalt f\u00fcr Medizinrecht, armedis Rechtsanw\u00e4lte, Hannover, <a href=\"http:\/\/www.armedis.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.armedis.de<\/a><\/em><\/p>\n<p class=\"Grundtext\"><strong>Jeder Oberarzt kennt das Dilemma: Berufsanf\u00e4nger auf Assistenzarztstellen k\u00f6nnen noch nicht wie ein Facharzt \u201evollwertig\u201c eingesetzt werden. Andererseits muss ihnen zugetraut werden, selbst t\u00e4tig zu werden &#8211; sonst schreitet die Ausbildung nicht voran. \u201eLearning by doing\u201c hei\u00dft hier also die Devise, die gerade in der Medizin eine wichtige Rolle spielt. Doch wo genau liegen die rechtlichen Grenzen, und worauf sollte der Oberarzt achten, um nicht auf juristisches Glatteis zu geraten? Wir haben die f\u00fcnf wichtigsten Aspekte f\u00fcr Sie zusammengefasst.<\/strong> <!--more--><\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">1. Anf\u00e4ngert\u00e4tigkeit als Behandlungsfehler?<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Es stellt einen Behandlungsfehler dar, wenn eine selbstst\u00e4ndig durchzuf\u00fchrende Ma\u00dfnahme einem hierf\u00fcr noch nicht ausreichend qualifizierten Assistenzarzt aufgetragen wird. Dieser juristische Grundsatz gilt sowohl f\u00fcr alle therapeutischen Ma\u00dfnahmen &#8211; z. B. \u201eAnf\u00e4ngeroperationen\u201c &#8211; als auch f\u00fcr s\u00e4mtliche diagnostische Ma\u00dfnahmen sowie f\u00fcr \u201eAnf\u00e4ngernarkosen\u201c. Wenn hierbei der Patient gesch\u00e4digt wird, kann er Schadenersatz und Schmerzensgeld verlangen &#8211; und zwar sowohl vom Krankenhaustr\u00e4ger als auch von dem Oberarzt, der f\u00fcr die Zuteilung verantwortlich ist.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">Assistenzarzt ist mitverantwortlich<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Auch der behandlungsfehlerhaft handelnde Assistenzarzt selbst kann wegen eines sog. \u00dcbernahmeverschuldens in Haftung genommen werden. Ihn trifft n\u00e4mlich eine \u201eRemonstrationspflicht\u201c: Wenn ihm eine Aufgabe am Patienten angetragen wird, f\u00fcr die er sich (noch) nicht ausreichend qualifiziert sieht, um sie allein durchzuf\u00fchren, muss er das \u00e4u\u00dfern und die Aufgabe zur\u00fcckweisen. Unterl\u00e4sst er dies, begeht er eine Pflichtverletzung.<\/p>\n<div class=\"tabelle_scroll\">\n<table class=\"basis-tabelle\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"05\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"Kasteninhalt\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<blockquote><p><b>PRAXISHINWEIS | <\/b> Ein \u00dcbernahmeverschulden des Assistenzarztes entlastet den aufsichtsf\u00fchrenden Oberarzt nicht! Sein Einwand, der Assistent h\u00e4tte sich ja gegen die \u00dcbertragung der Aufgabe wehren k\u00f6nnen, nutzt vor Gericht nichts!<\/p><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">Problem: Beweislastverteilung im Prozess<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Behandelt ein Anf\u00e4nger und der Patient erleidet einen Gesundheitsschaden, so wird vor Gericht vermutet, dass die unzureichende Qualifikation des Arztes f\u00fcr den Eintritt des Schadens urs\u00e4chlich war. Entgegen dem sonstigen Grundsatz, dass zun\u00e4chst einmal von Patientenseite ein Behandlungsfehler nachgewiesen werden muss, ist die Beweislastverteilung hier also ver\u00e4ndert: Die Behandlerseite muss darlegen und beweisen, dass die eingetretene Komplikation nicht auf der geringen Erfahrung und \u00dcbung des noch nicht ausreichend qualifizierten Assistenzarztes beruhte.<\/p>\n<p class=\"Grundtext\">Seit Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes ist dies auch explizit im Gesetz verankert. Im Juristendeutsch wird das wie folgt ausgedr\u00fcckt:<\/p>\n<div class=\"tabelle_scroll\">\n<table class=\"basis-tabelle\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"05\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"Kastenueberschrift\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<div class=\"Ueberschrift-klein\">\n<ul class=\"gross\">\n<li><em>\u00a0\u00a7 <a class=\"dejure\" title=\"\u00a7 630h BGB: Beweislast bei Haftung f\u00fcr Behandlungs- und Aufkl\u00e4rungsfehler\" href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/630h.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">630h<\/a> Abs. 4 BGB<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"KastenPurZelle\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<div class=\"Grundtext-Kasten\">\n<p><em>\u201eWar ein Behandelnder f\u00fcr die von ihm vorgenommene Behandlung nicht bef\u00e4higt, wird vermutet, dass die mangelnde Bef\u00e4higung f\u00fcr den Eintritt der Verletzung des Lebens, des K\u00f6rpers oder der Gesundheit urs\u00e4chlich war.\u201c<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p class=\"Grundtext\">Liest man die Gesetzesbegr\u00fcndung, wird klar: Der Gesetzgeber hat mit der Formulierung vor allem auf den Anf\u00e4ngereingriff gezielt. Darin wird ausgef\u00fchrt: An der n\u00f6tigen Bef\u00e4higung fehle es dem Behandelnden, soweit er nicht \u00fcber die notwendige fachliche Qualifikation verf\u00fcgt. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn er sich noch in der medizinischen Ausbildung befinde oder als Berufsanf\u00e4nger noch nicht die notwendige Erfahrung hat.<\/p>\n<div class=\"tabelle_scroll\">\n<table class=\"basis-tabelle\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"05\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"Kasteninhalt\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<blockquote><p><b>PRAXISHINWEIS | <\/b> Die Beweislastverteilung vor Gericht hat zur Folge: Wenn ein Berufsanf\u00e4nger t\u00e4tig wird, besteht per se ein gesteigertes Haftungsrisiko!<\/p><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">2. Wie stark muss der Anf\u00e4nger beaufsichtigt werden?<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Grunds\u00e4tzlich muss bei jeder Krankenhausbehandlung der sog. Facharztstandard eingehalten werden. Dies bedeutet nicht, dass jedwede therapeutische oder diagnostische Ma\u00dfnahme am Patienten nur durch einen formell anerkannten Facharzt durchgef\u00fchrt werden darf; denn sonst w\u00e4re eine medizinische Ausbildung von vornherein unm\u00f6glich. Der Patient hat aber einen Anspruch darauf, dass er eine Behandlung erf\u00e4hrt, die dem Niveau einer fach\u00e4rztlichen Behandlung entspricht. Wenn ein Facharzt also selbst t\u00e4tig wird (z. B. selbst operiert oder selbst die An\u00e4sthesie durchf\u00fchrt), wird der Facharztstandard in jedem Fall gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p class=\"Grundtext\">Zudem darf dem hinreichend qualifizierten Assistenzarzt auch ein schwieriger Eingriff \u00fcbertragen werden, wenn er hierf\u00fcr hinreichend qualifiziert ist. Dabei gilt nach der Rechtsprechung: Je erfahrener der Assistenzarzt ist und je h\u00e4ufiger er sich als zuverl\u00e4ssig bew\u00e4hrt hat, desto weniger muss er \u00fcberwacht werden. Der Oberarzt muss also schauen, auf welchem Ausbildungsstand sich der Assistent befindet und ob er die aufgetragene Arbeit schon zuvor mehrfach selbstt\u00e4tig und fehlerfrei erbracht hat.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">Darf der Assistenzarzt ganz ohne Aufsicht behandeln?<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Auf die Anwesenheit eines aufsichtsf\u00fchrenden Facharztes g\u00e4nzlich verzichtet werden kann nur dann, wenn der auszubildende Arzt aufgrund seines K\u00f6nnens und der gesammelten Erkenntnisse selbst die Gew\u00e4hr f\u00fcr die Einhaltung des fach\u00e4rztlichen Standards bietet. Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn die fach\u00e4rztliche Ausbildung kurz vor dem Abschluss steht.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">Gerichtsurteile zur Frage der Aufsicht<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Zu beurteilen ist dies immer im konkreten Einzelfall. Auf folgende Beispielsf\u00e4lle aus der Rechtsprechung kann verwiesen werden:<\/p>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>Ein Facharzt muss nicht st\u00e4ndig pers\u00f6nlich anwesend sein, wenn ein Gyn\u00e4kologe im f\u00fcnften Ausbildungsjahr operiert. Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg entschieden (Urteil vom 08.06.1993, Az. <a class=\"dejure\" title=\"OLG Oldenburg, 08.06.1993 - 5 U 14\/93\" href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=5%20U%2014\/93\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">5 U 14\/93<\/a>). Voraussetzung: Die wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Operation werden \u201ein einer dem fach\u00e4rztlichen Standard entsprechenden Weise\u201c vom operierenden Arzt beherrscht. Dies konnte dem Gericht nachgewiesen werden &#8211; die f\u00fcr die Anerkennung als Facharzt geforderten insgesamt 270 Operationen auf dem Gebiet der Gyn\u00e4kologie hatte der operierende Assistenzarzt bereits absolviert.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Grundtext\">\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>Die selbstst\u00e4ndige Durchf\u00fchrung einer Geburt durch eine Assistenz\u00e4rztin hielt das OLG Stuttgart bei einem zu erwartenden Geburtsgewicht von unter 4.000 g f\u00fcr unkritisch (Urteil vom 11.01.2000, Az. <a class=\"dejure\" title=\"OLG Stuttgart, 11.01.2000 - 14 U 14\/99\" href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=14%20U%2014\/99\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">14 U 14\/99<\/a>). Die \u00c4rztin sei nach 300 bis 400 Geburten, darunter 30 Vakuumextraktionen, sechs Monate vor der Facharztpr\u00fcfung ausreichend qualifiziert.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Grundtext\">\n<p class=\"Grundtext\">Tritt der Schaden beim Patienten nicht aufgrund des Anf\u00e4ngerstatus des behandelnden Arztes ein &#8211; wie im Fall des OLG Stuttgart -, kann der Patient im Prozess zwar immer noch einen Behandlungsfehler r\u00fcgen; er muss dann aber beweisen, dass der Arzt den Schaden verursacht hat. Am Anf\u00e4ngerstatus k\u00f6nnte er den Haftungsvorwurf also nicht festmachen.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">3. Aufkl\u00e4rung durch Anf\u00e4nger<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Die Aufkl\u00e4rung vor allem vor operativen Eingriffen darf einem Arzt in Ausbildung \u00fcbertragen werden, wenn dieser nach seinem Ausbildungsstand in der Lage ist, die beim Patienten vorliegende Erkrankung und die erforderliche Behandlung zu beurteilen. Das Gesetz schreibt hierzu vor, dass der das Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4ch f\u00fchrende Arzt \u201e\u00fcber die zur Durchf\u00fchrung der Ma\u00dfnahme notwendige Ausbildung\u201c verf\u00fcgen muss (\u00a7 <a class=\"dejure\" title=\"\u00a7 630e BGB: Aufkl\u00e4rungspflichten\" href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/630e.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">630e<\/a> Abs. 2 S. 1 Nr. 1 BGB).<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">\u00c4nderung des alten Gesetzesentwurfs<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Im vorherigen Entwurf war noch formuliert worden, dass die aufkl\u00e4rende Person \u201e\u00fcber die zur Durchf\u00fchrung der Ma\u00dfnahme notwendige Bef\u00e4higung\u201c verf\u00fcgen muss. Dadurch, dass \u201enotwendige Bef\u00e4higung\u201c durch \u201enotwendige Ausbildung\u201c ersetzt wurde, ist klargestellt: Auch der Arzt darf aufkl\u00e4ren, der zwar die theoretische Bef\u00e4higung zur Durchf\u00fchrung der vorgesehenen Ma\u00dfnahme &#8211; z.\u00a0B. Operation &#8211; erworben hat, allerdings noch keine hinreichende praktische Erfahrung hat, um sie eigent\u00e4tig durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"Grundtext\">Was wollte der Gesetzgeber mit der Umformulierung erreichen? Er wollte sicherstellen, dass auch Assistenz\u00e4rzte Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4che vornehmen k\u00f6nnen, selbst wenn sie die betreffenden OPs noch nicht eigent\u00e4tig durchzuf\u00fchren in der Lage sind. Erforderlich ist aber selbstverst\u00e4ndlich, dass der Assistenzarzt die zur sachgerechten Aufkl\u00e4rung notwendige Bef\u00e4higung hat.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4ch nach 20 Monaten Facharztausbildung akzeptiert<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Ab welcher Dauer der Facharztausbildung d\u00fcrfen Assistenz\u00e4rzte Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4che f\u00fchren? Hierf\u00fcr gibt es keine gesetzlich geregelte Grenze. Letztlich muss der Erfahrungs- und Ausbildungsstand des Assistenzarztes immer im konkreten Fall beurteilt werden &#8211; auch abh\u00e4ngig davon, wor\u00fcber aufgekl\u00e4rt werden soll. In einem Urteil vom 11.07.2002 hat es das OLG Dresden f\u00fcr in Ordnung befunden, dass ein Assistenzarzt aufkl\u00e4rt, der sich bereits seit 20 Monaten in der Facharztausbildung befindet (Az. <a class=\"dejure\" title=\"OLG Dresden, 11.07.2002 - 4 U 574\/02\" href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=4%20U%20574\/02\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">4 U 574\/02<\/a>).<\/p>\n<div class=\"tabelle_scroll\">\n<table class=\"basis-tabelle\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"05\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"Kasteninhalt\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<blockquote><p><b>PRAXISHINWEIS | <\/b> Aufkl\u00e4rungsfehler des Assistenten gehen auch zulasten des Operateurs! Wenn also ein Oberarzt die pr\u00e4operative Aufkl\u00e4rung einem nachgeordneten Arzt \u00fcbertr\u00e4gt, \u00e4ndert dies nichts an seiner Verantwortlichkeit, eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Aufkl\u00e4rung sicherzustellen und ggf. zu kontrollieren. Wenn also der Assistenzarzt das Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4ch mangelhaft f\u00fchrt, kann auch der Operateur nachher zur Haftung herangezogen werden!<\/p><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">4. Muss der Patient wissen, wer ihn da behandelt?<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Der Umstand, dass ein sich noch in der Ausbildung befindlicher Arzt operiert oder eine sonstige Behandlungsma\u00dfnahme durchf\u00fchrt, ist nach der Rechtsprechung grunds\u00e4tzlich nicht aufkl\u00e4rungspflichtig. Etwas anderes kann nur dann gelten, wenn es sich um die Vornahme eines schwerwiegenden Eingriffs mit erheblichen Risiken handelt.<\/p>\n<h2 class=\"Ueberschrift-mittel\">5. Besondere Anforderungen in der Dokumentation<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Die \u00e4rztliche Dokumentation &#8211; gleich ob f\u00fcr einen operativen Eingriff, f\u00fcr eine medikament\u00f6se Behandlung oder f\u00fcr diagnostische Ma\u00dfnahmen &#8211; muss die wesentlichen medizinischen Fakten enthalten. Der Ma\u00dfstab muss dabei sein, ob ein &#8211; fiktiver &#8211; Nachbehandler die Behandlung nachvollziehen kann.<\/p>\n<p class=\"Grundtext\">\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">Routinema\u00dfnahmen m\u00fcssen nicht dokumentiert werden<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Nicht dokumentationspflichtig sind grunds\u00e4tzlich Routinema\u00dfnahmen. Diese umfassen z.\u00a0B. technisch notwendige Zwischenschritte im Rahmen einer Operation oder medizinische Selbstverst\u00e4ndlichkeiten im Rahmen bestimmter diagnostischer oder therapeutischer Ma\u00dfnahmen. Beispiele hierf\u00fcr sind:<\/p>\n<p class=\"Grundtext\">\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>die Vornahme von Desinfektionsma\u00dfnahmen,<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>die Feststellung eines unver\u00e4nderten Beschwerdebildes,<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>die Art und Weise der Durchf\u00fchrung einer Routineuntersuchung oder<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"gross q0\">\n<li>Einzelbefunde einer Duplex-Ultraschalluntersuchung.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Grundtext\">\n<h2 class=\"Ueberschrift-klein\">Achtung: Dokumentationspflicht bei Anf\u00e4ngern!<\/h2>\n<p class=\"Grundtext\">Bei Anf\u00e4ngern gelten jedoch andere Anforderungen an die Dokumentationspflicht als bei ge\u00fcbten \u00c4rzten: Behandelt z. B. ein Assistenzarzt, der erst vor Kurzem in der Klinik t\u00e4tig ist, m\u00fcssen auch bei Routinema\u00dfnahmen die wesentlichen Punkte dokumentiert werden.<\/p>\n<p class=\"Grundtext\">\n<div class=\"tabelle_scroll\">\n<table class=\"basis-tabelle\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"05\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"Kasteninhalt\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><b>PRAXISHINWEIS | <\/b> Vielen \u00c4rzten d\u00fcrften die gesteigerten Anforderungen an die Dokumentation bei Anf\u00e4ngern nicht bekannt sein. Der Oberarzt sollte daher neue Assistenten in \u201eseiner\u201c Abteilung darauf hinweisen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich Anf\u00e4nger bei der Dokumentation an dem orientieren, was z. B. der vorgesetzte Oberarzt oder der \u201eAltassistent\u201c dokumentiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Dr. Rainer Hellweg, Fachanwalt f\u00fcr Medizinrecht, armedis Rechtsanw\u00e4lte, Hannover, www.armedis.de Jeder Oberarzt kennt das Dilemma: Berufsanf\u00e4nger auf Assistenzarztstellen k\u00f6nnen noch nicht wie ein Facharzt \u201evollwertig\u201c eingesetzt werden. 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