Die ePA ist noch nicht im Alltag angekommen
In den Abläufen rund um § 25b SGB V spielt auch die elektronische Patientenakte (ePA) eine Rolle: Krankenkassen sind verpflichtet, Hinweise dort einzustellen. Die Stiftung Gesundheit hat Ärztinnen und Ärzte daher gefragt, wie es mit der praktischen Nutzung der ePA in ihren Praxen aussieht. Die Ergebnisse sind ernüchternd.
Fast zwei Drittel der niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Psychologischen Psychotherapeuten (n=557) berichten, dass es „eher schlecht“ oder „gar nicht“ laufe. 20,3 Prozent bezeichnen den aktuellen Stand als „mittel“. Lediglich 16,3 Prozent bewerten die praktische Nutzung als „gut“ oder „sehr gut“.
Hürden für die ePA: Zeitaufwand und technische Probleme
- Der Hauptgrund dafür, dass die ePA im Praxisalltag noch nicht reibungslos funktioniert, ist der hohe Zeitaufwand: Mehr als die Hälfte der Ärzte nannte diesen Kritikpunkt (54,6 Prozent).
- 39,3 Prozent beklagten technische Probleme bei der TI- oder ePA-Anbindung. Ähnlich viele Ärzte berichteten, dass die Abläufe für den Sprechstundenalltag zu umständlich seien (38,2 Prozent).
- Etwa ein Viertel der Ärzte nannte die unzureichende Integration in das Praxisverwaltungssystem als Grund.
- Jeder fünfte Arzt fühlt sich in Bezug auf die ePA weiterhin nicht ausreichend informiert oder geschult.
- 42,2 Prozent der Ärzte wählten zudem die Option „Sonstiges“, die in einem Freitextfeld weiter differenziert werden konnte: Am häufigsten wurden Gründe aus dem Bereich Datenschutz und Sicherheitsbedenken genannt, gefolgt von Hinweisen auf eine ablehnende Haltung oder auf mangelndes Interesse seitens der Patienten.
Stiftung Gesundheit, Ad-hoc-Befragung „Im Fokus“ 4. Quartal. Antworten von niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten und Psychologischen Psychotherapeuten (n=665).