Editorial zum Heft 06/2018

Liebe Leserin,
lieber Leser

viel dreht sich im Arztberuf um Kommunikation.

Immer wieder gibt es Gerichtsverfahren und Schadensersatzprozesse, weil die Kommunikation zwischen Arzt und Patient nicht optimal verlief und weil der Arzt nicht jeden Behandlungsschritt ausführlich, für Laien nachvollziehbar und in einfacher Sprache erklärt und zur Auswahl gestellt hat.

Ein Urteil des Oberlandesgerichts Dresden macht es den Ärzte nun leichter: Sie müssen nicht jeden Behandlungsschritt (hier. bei der Abklärung auf Meninggitis beim Kleinkind) haargenau kommunizieren und dokumentieren. Voraussetzung ist, dass die Behandlungspfade intern so festgeschrieben sind, dass man davon ausgehen kann, dass jeder Diagnose- oder Behandlungsschritt auch routinemäßig stattfindet. Mehr dazu hier

Mängel in der Dokumentation – wie Routinen (und ein Qualitätsmanagement) Sie retten

Kommunikationmuffeln dagegen hat ein anderes Urteil einen Riegel vorgeschoben: Ein Arzt, der einen willenlos dementen Patienten mit infauster Prognose munter weiter behandelt, ohne mit dessen Betreuer über Sinn und Ziel dieser Therapie zu kommunizieren, ist schadensersatzpflichtig. Wichtig in diesem Zusammenhang – und dies wird in Zukunft wohl stärker in die Rechtsprechung einfließen – ist die Festellung des Oberlandesgerichts München, dass es so etwas wie ein „erlittenes Leben“ gibt: Leben als Schaden. Der Anwalt des Klägers sieht in diesem Urteil denn auch „eine Wende in der Medizinethik“. Mehr dazu hier:

Immer weiter behandeln – ohne zu kommunizieren?

Und noch etwas in eigener Sache: Journalismus ist Dienstleistung und keine kommunikative Einbahnstraße. Deshalb freue ich mich über die vielen Leserzuschriften mit Lob und Tadel und mit sehr konkreten Fragen! Auf den folgenden drei Seiten lesen Sie, wie einer unserer juristischen Fachautoren Stellung nimmt zu einem nicht seltenen Problem: Einem Leser wurde eine Chefarztstelle zugesagt – und dann wurde er im Regen stehen gelassen.
Mehr dazu hier:

Leserfrage: Krankenhaus tritt von der Stellenzusage zurück – ist das rechtlich in Ordnung?

Auch wenn wir hier im Heft keine Rechtsberatung im Einzelfall leisten dürfen, ist dieser Fall aus der Praxis den Kolleginnen und Kollegen doch sicher nützlich, wenn sie in eine solche Situation kommen.

Vorschau Heft 06/2018

Zum Monatswechsel erscheint das neue Heft von [!] Oberarzt heute. Hier ist der Überblick über die Themen des Heftes.

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[!] Oberarzt heute 06/2018

Leserfrage
Krankenhaus tritt von der Stellenzusage zurück – ist das in Ordnung?

Arbeit
Kein „Hammerexamen“ für Ärzte aus dem Ausland
Abgelehnt: Ablehnung eines Teilzeitantrages wegen Ersatzeinstellung während Elternzeit
Keine Krankenfahrt für MRSA-Patienten!
Ausgleich von überdurchschnittlicher Arbeitszeit durch Urlaubs- und Feiertage? Deutscher Ärztetag stellt klar: Opt-Out ist eine Option, keine Pflicht

Beruf
Immer weiter behandeln – ohne zu kommunizieren?
DIVI empfiehlt Dokumentationsbogen zur Therapiebegrenzung
Online-Portale: Ärzte müssen sich nicht jede Kritik gefallen lassen
Mängel in der Dokumentation – wie Routinen (und ein QM) Sie retten

Management
Verfahrens- und Arbeitsanweisungen:Herzstück des Qualitätsmanagements
Auch bei Ihrer Stimme: Übung macht den Meister
„Danke für die gute Arbeit“: Machen Sie mal ein kleines Kompliment

Aktuelle Stellenangebote

Vorschau Heft 05/2018

Zum Monatswechsel erscheint das neue Heft von [!] Oberarzt heute. Hier ist bereits der Überblick über die Themen des kommenden Heftes.

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[!] Oberarzt heute 05 / 2018

Leserfrage
Mit dem Privatwagen in die Rufbereitschaft: Wer zahlt?

Arbeit
Einstellung eines Chefarztes: Zustimmung des Betriebsrats erforderlich?
Mutterschutzgesetz: Ist nach 12 Monaten Stillen Schluss mit Lohnkostenerstattung?
Missbräuchliche Befristung – trotzdem kein Beamtenverhältnis auf Lebenszeit
Ungeplante Überstunden von Teilzeitbeschäftigten: Zuschläge statt Freizeit

Beruf
Risikobeschreibung bei der Aufklärung: Wie oft ist „gelegentlich“?
Sana und Rhön: neue Vergütungsstufen für langgediente Fach- bzw.  Oberärzte
Alkohol: Ein Fall von Organisationsversagen
Sucht: Ein Kollege läuft aus dem Ruder – was tun?
Suchtkranke Ärzte: Verschweigende Kollegialität ist tödlich!
Bedrohung und Gewalt in Klinik und Praxis: Auch ein Fall für die Unfallversicherung!

Management
Hilfe, mein Chefarzt mischt sich überall ein!
Die Konfliktrutschbahn: Gemeinsam in den Abgrund

Aktuelle Stellenangebote

Sana, Asklepios, Rhön: Ergebnisse der Tarifverhandlungen März/April 2018

Gleich drei große Klinikkonzerne einigten sich Ende März/ Anfang April 2018 mit dem Marburger Bund auf neue Tarifverträge. Neben moderaten Gehaltssteigerungen standen vor allem Bewertungen der Bereitschaftsdienste auf dem Programm. Bei Sana und Rhön gibt es zudem neue Gehaltsstufen für langgediente Fach- bzw. Oberärzte. „Sana, Asklepios, Rhön: Ergebnisse der Tarifverhandlungen März/April 2018“ weiterlesen