Gegen das Hamsterrad: Zurück zu festen Budgets?

Aufgrund des im System angelegten Stresses, der in den Krankenhäusern herrscht, sehen sich die Mitarbeiter in führenden Positionen nur begrenzt in der Lage, in einer positiven Weise mit den massiven Widersprüchen des Gesundheitssystems umzugehen. Das haben Forscher der Universität Witten/Herdecke im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts „Entscheidungsfindung im Krankenhausmanagement“ beschrieben.

Mit dieser Situation sind Beschäftigte und Management an den Kliniken alles andere als glücklich: „Die meisten wollen nichts Illegales tun“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Werner Vogd, „aber man bewegt sich in Grauzonen. Entscheidungen fallen nicht mit Blick auf den Patienten. Wirtschaftliche Erwägungen schlagen medizinische.“ Was wäre die Alternative? „Das System darf nicht beim Einzelfall mit Gewinn und Verlust kalkulieren“, meint Vogd. Sein Ansatz: Auf Basis der bisherigen Daten jeder Klinik für fünf Jahre ein festes Budget zuteilen: „So kommen wir raus aus der Steigerungslogik und machen nur noch, was notwendig ist.“

Vogd W et al. Entscheidungsfindung im Krankenhausmanagement. Zwischen gesellschaftlichem Anspruch, ökonomischen Kalkülen und professionellen Rationalitäten. Verlag Springer VS, Wiesbaden, 2017.