VKA: Marburger Bund bereitet sich auf Streiks vor

Die Große Tarifkommission des Marburger Bundes (MB) hat die seit Januar in drei Verhandlungsrunden geführten Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für gescheitert erklärt. Die Gewerkschaft richtet sich auf eine Urabstimmung zu Arbeitskämpfen ein. Ab sofort sind Warnstreiks möglich.

In der Tarifrunde 2019 fordert der Marburger Bund eine Reform der Regelungen zum ärztlichen Bereitschaftsdienst, um damit eine bessere Planung der Dienste, klare Höchstgrenzen und zwei freie Wochenenden im Monat sicherzustellen. Ein zentraler Punkt dabei ist die Arbeitszeitdokumentation, die in vielen Krankenhäusern von pauschalen und nachträglichen Kappungen der geleisteten Arbeitszeit geprägt ist. Der Marburger Bund fordert daher, dass die Anordnung von Bereitschaftsdienst zukünftig nur dann zulässig ist, wenn die Arbeitszeiterfassung manipulationsfrei erfolgt und die Anwesenheit im Krankenhaus als Arbeitszeit angesehen wird. Die VKA dagegen will den Krankenhäusern die Möglichkeit einräumen, nachträglich zwischen „dienstlich veranlasster“ und nicht dienstlich veranlasster Anwesenheit im Krankenhaus zu unterscheiden.

Auch fordert der Marburger Bund eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste. Zwei freie Wochenenden pro Monat will die VKA ebenfalls nicht zugestehen. Stattdessen stellt sie eine arbeitsfreie Zeit an 20 Wochenenden im Jahr „ab Samstag 10 Uhr“ in Aussicht.

Die Arbeitgeber hatten Gehaltserhöhungen angeboten, die bei einer Gesamtlaufzeit von zweieinhalb Jahren 1,4 Prozent für 2019 und 0,83 Prozent für 2020 betragen sollen. Der Marburger Bund fordert 5 Prozent mehr Gehalt bezogen auf ein Jahr.

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