Editorial zum Heft 07/2018

Liebe Leserin,
lieber Leser,

„Kackdreist!“ Bitte entschuldigen Sie die Wortwahl – aber das war meine erste Reaktion, als ich gelesen hatte, dass ein Chefarzt, der Krebspatienten gegen Schmiergeldzahlungen bevorzugt behandelt hatte, knapp drei Jahre nach seiner rechtskräftigen Verurteilung von seinem ehemaligen Arbeitgeber 300.000 Euro Schadensersatz wegen „Mobbing“ forderte. Die angebliche Schuld der Uniklinik: Zuerst hatte man ihn nicht von seinem Tun abgehalten, dann aber habe man es zugelassen, dass Kollegen die Verfehlungen recherchierten und anzeigten. So was macht mich sprachlos. Jetzt operiert er übrigens in der Schweiz. Mehr auf den Seite 6 bis 7.

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Seine Approbation dagegen fast verloren hätte ein Arzt, der wegen Morbus Crohn u.a. in transdermaler Opiodbehandlung ist. Über Suchtproblematik bei Ärztinnen und Ärzten und über das enge Zusammenspiel zwischen Ärztekammern und Aufsichtsbehörden hatten wir im April-Heft berichtet. Ein Urteil gegen die Bezirksregierung Oberbayern zeigt, wie wichtig es ist, dass der Arzt kooperiert und insbesondere an einer ärztlich kontrollierten Therapie teilnimmt. Wie es der betroffene Arzt tat. In einem solchen Fall tun sich die Gerichte erfahrungsgemäß schwer, einem Arzt die berufliche Grundlage zu entziehen. Mehr dazu hier:

Approbation weg wegen transdermaler Opiodtherapie?

Ob Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten – Menschen, die sich für eine Tätigkeit im Gesundheitswesen entschieden haben, empfinden ihre Aufgabe häufig als Berufung. Das sind eigentlich beste Voraussetzungen für zufriedenes und sinnerfülltes Berufsleben, die aber auch ein hohes Risiko bergen, die persönlichen Belastungsgrenzen immer wieder zu ignorieren und zu überschreiten. Wie Sie Ihre Überlastung – und die Ihrer Kolleginnen und Kollegen – erkennen, schildern unsere Autoren Dipl. Päd. Werner Fleischer und Dr. Sabine Gregersen auf den Seiten 16 bis 19.

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