Neuer Facharzt „Innere Medizin und Infektiologie“

Neu eingeführt wurde vom Dt. Ärztetag die Facharztweiterbildung „Innere Medizin und Infektiologie“ als vertiefende klinische Facharztkompetenz im Gebiet Innere Medizin.

Die Facharztweiterbildung war zuvor intensiv mit involvierten Fachgesellschaften und Berufsverbänden sowie in den Gremien der Bundesärztekammer diskutiert worden. Zusammen mit den Gebieten „Hygiene und Umweltmedizin“ und „Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie“ sowie der Zusatz-Weiterbildung „Infektiologie“ ist infektiologisches Wissen nunmehr in der Breite und Tiefe in der Musterweiterbildungsordnung verankert.

Bisher gibt es in Deutschland – außer in Mecklenburg-Vorpommern und in Rheinland-Pfalz, wo das neue Fachgebiet schon Ende April in die Weiterbildungsordnung aufgenommen wurde  – noch keinen Facharzt für Infektionskrankheiten. Zwar gibt es in Deutschland die Möglichkeit einer Zusatzweiterbildung für, doch diese wird durch ihre relativ kurze Dauer von nur 1 Jahr der Komplexität des Fachs nicht mehr gerecht, meinen Befürworter der neuen Weiterbildung. *)

Für die Kritiker der Regelung ist fraglich, ob durch die Bündelung in einem neuen spezialfachärztlichen Gebiet die gewünschte Stärkung infektiologischer Expertise tatsächlich auch erreicht wird. Gerade die Pandemie lehre, dass dieses Wissen curricular sehr viel breiter – und tiefer – verankert sein müsste.

*) [!] Die Zusatzweiterbildung Infektiologie nach LÄK wird mit 30.000 Euro pro Ärztin / Arzt vom Gesetzgeber gefördert. Seit dem 1. Januar 2020 werden auch Neueinstellungen, interne Besetzungen neu geschaffener Stellen oder Ausweitungen vorhandener Teilzeitstellen von Infektiologen gefördert. Mehr Informationen über die Fördermöglichkeiten, und von wem und wie sie in Anspruch genommen werden können, finden Sie hier.

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