Aus der Praxis: Muster für die Vorbereitung eines Oberarztes auf sein Jahresgespräch

von Diplom-Pädagoge Werner Fleischer, Beratung – Coaching – Moderation, www.ihrcoach.com

Wer sich als Oberarzt gut auf sein Mitarbeiter-Jahresgespräch mit dem Chefarzt vorbereitet, ist eindeutig im Vorteil: Er verschafft sich Klarheit über sein Arbeitsfeld und wird zugleich von seinem Chef als Gesprächspartner auf Augenhöhe wahrgenommen. Das nachfolgende Muster basiert auf einer Unterlage, die ein Oberarzt einer Orthopädischen Klinik erstellt hat, um sich auf sein für Ende 2014 geplantes Mitarbeiterjahresgespräch vorzubereiten. Er hatte seit zwei Jahren die Facharztausbildung abgeschlossen und war danach seit wiederum knapp zwei Jahren in seiner jetzigen Position tätig.  „Aus der Praxis: Muster für die Vorbereitung eines Oberarztes auf sein Jahresgespräch“ weiterlesen

Nachbesetzung einer chirurgischen Stelle mit Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

von Rechtsanwalt und Fachanwalt für VerwR Dr. Dr. Simon Alexander Lück, Busse & Miessen Rechtsanwälte, Berlin, www.busse-miessen.de

| Das Sozialgericht (SG) Berlin hat entschieden: Eine nach altem Weiterbildungsrecht eingerichtete chirurgische Arztstelle im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) darf nur dann mit einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie nach neuem Weiterbildungsrecht nachbesetzt werden, wenn der Vorgänger über die Schwerpunktbezeichnung Unfallchirurgie verfügte ( Urteil vom 6.5.2015, Az. S 79 KA 258/13, Abruf-Nr. 144991). | „Nachbesetzung einer chirurgischen Stelle mit Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie“ weiterlesen

Der Oberarzt in Leitungsposition (Teil 1): So führen Sie Ihre Mitarbeiter erfolgreich

von Diplom-Pädagoge Werner Fleischer, Beratung – Coaching – Moderation, Seevetal, www.ihrcoach.com

Der Chefarzt alter Prägung ist zunehmend ein Auslaufmodell. Immer häufiger werden Oberärzte im Krankenhaus mit Führungsaufgaben betraut – etwa im Qualitätsmanagement, bei der Leitung einer medizinischen Abteilung oder in Abrechnungsfragen. Diese Oberärzte müssen sich nicht mehr nur medizinischen Fragen widmen, sondern sind auch für das Erreichen von Klinikzielen und die Entwicklung ihrer Mitarbeiter verantwortlich. Der Beitrag ist der Auftakt zu einer Serie, in der OH konkrete Führungssituationen für den Oberarzt mit entsprechenden Lösungen vorstellt.  „Der Oberarzt in Leitungsposition (Teil 1): So führen Sie Ihre Mitarbeiter erfolgreich“ weiterlesen

Wann geht der wechselwillige Oberarzt leer aus, weil die KV den Arztsitz aufkauft?

Im Beitrag „Raus aus der Klinik – rein in die Niederlassung, Teil 2: Wie wird die Zulassung erteilt?“ (OH 04/2015) wurde erwähnt, dass die Kassenärztliche Vereinigung (KV) einen Arztsitz aufkaufen kann, wenn er zum Beispiel in einem überversorgten Gebiet liegt. Dann gehen Oberärzte leer aus, die einen Arztsitz kaufen und sich als Vertragsarzt niederlassen möchten. Hierzu erreichten uns zwei Anfragen von Lesern. Sie fragen, wann genau die KV einen Arztsitz aufkaufen kann bzw. muss. Die Rechtsanwälte Dr. Lars Lindenau und Isabel Wildfeuer beantworten die Frage in diesem Beitrag. | „Wann geht der wechselwillige Oberarzt leer aus, weil die KV den Arztsitz aufkauft?“ weiterlesen

Plötzlicher Rückgang an Klinik-Einweisungen? Das könnte an einer neuen Richtlinie liegen …

von Dr. Tobias Scholl-Eickmann, Fachanwalt für Medizinrecht, und Ass. iur. Benedikt Büchling, beide Kanzlei am Ärztehaus, Dortmund

| Fast unbemerkt hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die neue Krankenhauseinweisungs-Richtlinie (KE-RL) beschlossen, die am 30. April 2015 in Kraft trat. In ihrem Kern werden Vertragsärzte verpflichtet, vor der Einweisung in ein Krankenhaus alternativ alle ambulanten Behandlungsangebote in Erwägung zu ziehen. |

Die Regelungen im Überblick

Vertragsärzte sollen vor der Verordnung einer stationären Krankenhausbehandlung abwägen, ob die Behandlung ambulant fortgesetzt werden kann (§ 3). Erheblich erweitert wurde der dabei zu berücksichtigende Katalog, bei dem eine ambulante Behandlung als ausreichend erachtet wird. Hingegen entscheidet allein der Krankenhausarzt, ob der Patient stationär aufgenommen wird und wie er behandelt wird (§ 2 Abs. 8). Vor Einweisung in die Klinik sollte der Vertragsarzt erwägen, den Patient zu überweisen an (Auszug)

  • einen anderen Vertragsarzt mit entsprechender Zusatzqualifikation,
  • eine Notfallpraxis im Bezirk der Kassenärztlichen Vereinigung,
  • einen Krankenhausarzt mit einer Ermächtigung,
  • eine zur ambulanten spezial-fachärztlichen Versorgung zugelassene Klinik,
  • Hochschulambulanzen bzw. psychiatrische Institutsambulanzen,
  • ein Krankenhaus, das zur Durchführung ambulanter Operationen und stationsersetzender Eingriffe zugelassen ist,
  • geriatrische Fachkrankenhäuser oder Krankenhausärzte mit Ermächtigung zur ambulanten geriatrischen Behandlung,
  • sozialpädiatrische Zentren oder Kinderspezialambulanzen.

Praxishinweis | Diese Aufzählung ist – entgegen der früheren Richtlinie – nicht abschließend, sondern stellt nur Beispiele dar. Den Originaltext der Richtlinie finden Sie in unserem Downloadbereich (auf oh.iww.de einfach Downloads/Arbeitshilfen anklicken).

Beratungspflicht des Vertragsarztes

Der Vertragsarzt muss Patienten über die Notwendigkeit der stationären Behandlung und über geeignete Krankenhäuser beraten. Weist er ein, muss er dokumentieren, warum dies nötig war. Hierzu muss er auch Haupt- und Nebendiagnosen angeben. In geeigneten Fällen sind auch die beiden nächsterreichbaren, für die Behandlung geeigneten Krankenhäuser anzugeben.

FAZIT | Mit dieser Richtlinie werden niedergelassene Ärzte umdenken müssen. Gehen die Einweisungen in der Klinik deutlich zurück, könnte es also an den dargestellten Anforderungen aus diesem Regelwerk liegen.