Kann ein Patient mit starken Schmerzen noch rechtswirksam aufgeklärt werden?

Wer als Patient stationär in einer Klinik aufgenommen wird, hat häufig Schmerzen. Einer rechtlichen Wirksamkeit des Aufklärungsgesprächs steht dies im Regelfall nicht entgegen. Doch ab welchem Schmerzgrad wird es kritisch, sodass die Aufklärung unwirksam sein könnte? Der Oberarzt sollte drei Szenarien kennen, um rechtssicher handeln zu können.  „Kann ein Patient mit starken Schmerzen noch rechtswirksam aufgeklärt werden?“ weiterlesen

Behandlungsfehler durch Unterlassen? -Medizinischer Standard ist entscheidend

von Rechtsanwalt Tim Hesse, Kanzlei am Ärztehaus, Dortmund, www.kanzlei-am-aerztehaus.de

Wer als Arzt eine Maßnahme unterlässt, die „zwingend“ geboten ist, begeht einen Behandlungsfehler. Ein solcher liegt aber bereits dann vor, wenn die unterbliebene Maßnahme im Behandlungszeitpunkt dem aktuellen medizinischen Standard zuwiderläuft. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit seinem Beschluss vom 22. Dezember 2015 in letzter Instanz entschieden (Az. VI ZR 67/15 ).  „Behandlungsfehler durch Unterlassen? -Medizinischer Standard ist entscheidend“ weiterlesen

BSG erschwert Nachbesetzung von Arztstellen im Medizinischen Versorgungszentrum

von Rechtsanwalt Karsten Kienitz, KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Düsseldorf, www.kpmg-law.com

Das Bundessozialgericht (BSG) hat mit einem Urteil vom 4. Mai 2016 die Nachbesetzung von Arztstellen in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) deutlich erschwert (Az. B 6 KA 21/15 R, Abruf-Nr. 186727 ): Vertragsärzte müssen nach dem Richterspruch nun die Absicht haben, für mindestens drei Jahre im MVZ tätig zu sein, wenn sie auf ihre vertragsärztliche Zulassung zugunsten einer Anstellung im MVZ verzichten möchten. Derzeit lassen die Zulassungsausschüsse regelmäßig eine Beschäftigung der ehemaligen Vertragsärzte für ein oder zwei Quartale genügen. „BSG erschwert Nachbesetzung von Arztstellen im Medizinischen Versorgungszentrum“ weiterlesen

Oberarzt hat keinen vertraglichen Anspruch auf Beteiligungsvergütung gegenüber Chefarzt

Von Rechtsanwalt Benedikt Büchling, Kanzlei am Ärztehaus, Dortmund, www.kanzlei-am-aerztehaus.de

Ein Oberarzt hat keinen vertraglichen Anspruch darauf, dass sein Chefarzt ihm Anteile seiner Privatliquidationserlöse abgibt – selbst wenn die Berufsordnungen mancher Landesärztekammern dies vorsehen. Dies entschied das Amtsgericht (AG) Lüdinghausen in seinem Urteil vom 21. April 2016 (Az. 4 C 288/15).  „Oberarzt hat keinen vertraglichen Anspruch auf Beteiligungsvergütung gegenüber Chefarzt“ weiterlesen

Krankenhaus Rating Report 2016: Leichter Aufwärtstrend hält an

von Prof. Dr. Boris Augurzky, Rheinisch-Westfälisches Institut fürWirtschaftsforschung (RWI), Essen, www.rwi-essen.de

„The trend is your friend“: Krankenhäuser schrieben nach einem Rückgang im Jahr 2013 auch 2014 wieder weniger häufig rote Zahlen als im Vorjahr: Nur 23 Prozent beklagten 2014 auf Konzernebene einen Jahresverlust. Im Jahr 2013 hatten noch 30 Prozent, 2012 sogar 34 Prozent einen Jahresverlust ausgewiesen. Das ist ein Ergebnis des „Krankenhaus Rating Reports 2016“. Das RWI, das Institute for Health Care Business GmbH und die Philips GmbH hatten für die Studie 517 Jahresabschlüsse aus 2013 und 333 aus 2014 untersucht, die insgesamt 871 Krankenhäuser umfassen.  „Krankenhaus Rating Report 2016: Leichter Aufwärtstrend hält an“ weiterlesen

Was tun, wenn keiner mitmacht? – So gelingt Oberärzten die Führung von Assistenzärzten

von Diplom-Pädagoge Werner Fleischer, Beratung – Coaching – Moderation, www.ihrcoach.com

Wie motiviere ich meine Assistenzärzte? Was tun, wenn keiner mitmacht? Diese Fragen haben sich viele Oberärzte schon einmal gestellt. Ohne Zweifel fühlen sich die meisten Leitungskräfte für die Motivation innerhalb ihres Teams verantwortlich – zu Recht, denn sie werden letztlich an dieser Fähigkeit von Vorgesetzten und Mitarbeitern gemessen. Doch haben Oberärzte tatsächlich Einfluss auf die Motivation ihrer Mitarbeiter? Ist es überhaupt möglich, einen lustlosen Assistenten in einen motivierten zu verwandeln?  „Was tun, wenn keiner mitmacht? – So gelingt Oberärzten die Führung von Assistenzärzten“ weiterlesen

Modernes Instrument Telemedizin: Hat sie auch Risiken und Nebenwirkungen für den Arzt?

von Rosemarie Sailer, LL.M., Fachanwältin für Medizinrecht, Wienke & Becker – Köln, www.kanzlei-wbk.de

Im Zeitalter der Digitalisierung schafft die Telemedizin eine neue Form der ärztlichen Zusammenarbeit sowie der Patientenversorgung. Vorteil: Expertenwissen wird effizient genutzt, Doppeluntersuchungen werden vermieden und Befundmöglichkeiten ausgeweitet. Kurzum: Die Versorgung wird schneller und qualitätsgesichert – insbesondere in ländlichen Regionen. Während die Teleradiologie mancherorts schon Routine ist, schaltet in einzelnen modernen Praxen sogar der Hausarzt einen Internisten per Video bei der Behandlung zu. Doch wer haftet, wenn dabei etwas schiefgeht? „Modernes Instrument Telemedizin: Hat sie auch Risiken und Nebenwirkungen für den Arzt?“ weiterlesen

Weiterbildungsbefugter Arzt muss das Arbeitszeugnis nicht (mit) unterschreiben

von Dr. Tobias Scholl-Eickmann, Fachanwalt für Medizinrecht, und Rechtsanwalt Benedikt Büchling, beide Dortmund, www.kanzlei-am-aerztehaus.de

Ein Arzt in Weiterbildung hat nach Ende seines Arbeitsverhältnisses keinen Anspruch darauf, dass sein Arbeitsendzeugnis von seinem weiterbildungsbefugten Arzt mit unterzeichnet wird. Entsprechend muss ein weiterbildungsbefugter Oberarzt auch nicht das Arbeitszeugnis eines von ihm betreuten Assistenzarztes mit unterzeichnen. Dies entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen mit Urteil vom 6. Februar 2015 (Az. 3 Sa 266/14 ). Trotz der verbreiteten Praxis gibt es also keinen Anspruch darauf, dass der Weiterbilder das Arbeitszeugnis mit unterzeichnet. 
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Loyalität – wer sie fordert, muss Verantwortung übernehmen

von Diplom-Pädagoge Werner Fleischer, Beratung – Coaching – Moderation, www.ihrcoach.com

Loyalität ist eine Tugend, die jeder Klinikmitarbeiter – mehr oder weniger bewusst – von anderen erwartet: der Chefarzt von seinen Mitarbeitern und vom Geschäftsführer, der Oberarzt von seinen Assistenten und seinem Chefarzt, die Pflegeleitung von ihren Pflegekräften und umgekehrt. Doch Loyalität ist ein dehnbarer Begriff, dessen Auslegung eine große Spannweite zulässt. Während die einen unter Loyalität „unbedingte Treue“ verstehen, verkörpert sie für andere Anstand und die Achtung der Interessen anderer.  „Loyalität – wer sie fordert, muss Verantwortung übernehmen“ weiterlesen