von Dr. Christopher Niehues, LL.M. und Linda Winkelhaus, Betriebswirte und Krankenhausberater, HC&S AG, Münster, www.hcs-consult.de

Die Ökonomisierung der Medizin prägt seit Jahren die Berichterstattung in der Fach- und Publikumspresse. Dabei stehen häufig die Krankenhäuser und die DRG-Fallpauschalen im Mittelpunkt. Spätestens seit Einführung der DRG-Fallpauschalen werden Chefärzte, Oberärzte und leitende Pflegekräfte mit ökonomischen Fragestellungen konfrontiert. Ohne entsprechendes Detailwissen ist es jedoch schwierig, die komplexen Zusammenhänge der Krankenhausfinanzierung zu verstehen.  „“ weiterlesen

Entlassmanagement: Endlich geht‘s voran, doch um welchen Preis?

von RA Dr. Christian Bichler, FA MedR, Kanzlei Ulsenheimer & Friederich Rechtsanwälte, München und Berlin, www.uls-frie.de

Der Ablauf der Entlassung von gesetzlich krankenversicherten Patienten aus der stationären Versorgung ist im Rahmenvertrag geregelt, der vom Bundesschiedsamt beschlossen wurde. Dieser soll eigentlich am 01.07.2017 in Kraft treten. Während der GKV-Spitzenverband darin eine Verbesserung der Versorgung der Patienten erkennt, spricht die Deutsche Krankenhausgesellschaft von einem bürokratischen Super-GAU und legte beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg Klage ein. OH erläutert, worauf sich die Krankenhäuser und die Oberärzte als Verantwortliche einstellen müssen.  „Entlassmanagement: Endlich geht‘s voran, doch um welchen Preis?“ weiterlesen

Der „Physician Assistant“: Statt „Königsweg“ eher ein Weg in die Sackgasse

von Rechtsanwalt Anno Haak, LL.M., Kanzlei lennmed.de, Bonn, Berlin, Baden-Baden, www.lennmed.de

Das deutsche Gesundheitswesen gilt als eines der besten weltweit. Die hohe Versorgungsqualität ist auch in der konsequenten Anwendung des Approbationsvorbehalts begründet. Unabhängig davon bestehen Versorgungsengpässe. Ob man diese durch die Ausweitung von akademisierten Gesundheitsfachberufen wie dem Physician Assistant (PA) schließen sollte, wie es momentan häufig diskutiert wird, ist mehr als fraglich. „Der „Physician Assistant“: Statt „Königsweg“ eher ein Weg in die Sackgasse“ weiterlesen

Medizin trifft Ökonomie: Können Ärzte mit dem obersten Kaufmann einer Klinik gut auskommen?

Die Medizin wird zu sehr anhand von ökonomischen Vorgaben gemessen, beklagen manche Ärzte. Klinikleitungen hingegen bemängeln – oft hinter vorgehaltener Hand -, die Ärzte des eigenen Hauses hätten nie gelernt, ökonomisch zu handeln. Wie also kann es gelingen, dass sich Kaufleute und Ärzte in einem Krankenhaus zuhören und vielleicht sogar verstehen? OH Oberarzt heute sprach hierüber mit René Klinger, dem Kaufmännischen Leiter des Klinikums Fürth. Das Interview führte Dr. Lars Blady.  „Medizin trifft Ökonomie: Können Ärzte mit dem obersten Kaufmann einer Klinik gut auskommen?“ weiterlesen

Pflegereform 2017: Was ist neu?

von Dr. Marianne Schoppmeyer, Ärztin und Medizinjournalistin, www.medizinundtext.de

Zum 01.01.2017 wird das Pflegesystem umgestellt. Grundlage ist das zweite Pflegestärkungsgesetz, das nun auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen berücksichtigt. Kernstück des Gesetzes ist eine neue Definition des Begriffs „Pflegebedürftigkeit“ verbunden mit einem neuen Begutachtungsverfahren. „Pflegereform 2017: Was ist neu?“ weiterlesen

Die Notfallversorgung auf dem Prüfstand

von Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Ärztin und Medizinjournalistin, Nordhorn

Volle Flure, unzufriedene Patienten, gestresste Ärzte, überlastete Pflegekräfte: So sehen viele Notaufnahmen in deutschen Krankenhäusern aus. Patienten suchen wegen leichter Erkrankungen und Bagatellverletzungen nicht ihren Hausarzt auf, sondern wenden sich an die Notaufnahme der nächstgelegenen Klinik. Das sorgt für Diskussionen und Zündstoff.  „Die Notfallversorgung auf dem Prüfstand“ weiterlesen

Der Weg zum demenzfreundlichen Krankenhaus

von Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Ärztin und Medizinjournalistin, Nordhorn, www.medizinundtext.de

An einer Demenz leiden in Deutschland etwa 1,4 Millionen Menschen – mit steigender Tendenz. Experten rechnen für das Jahr 2030 mit 2,5 Millionen Betroffenen. Diese Zahlen stellen Kliniken schon jetzt vor enorme Herausforderungen. Dieser Beitrag zeigt, wie mit dieser sich rasant verschärfenden Situation im Interesse der Patienten und aller an der Therapie und Pflege Beteiligten umgegangen werden kann. „Der Weg zum demenzfreundlichen Krankenhaus“ weiterlesen

Krankenhaus Rating Report 2016: Leichter Aufwärtstrend hält an

von Prof. Dr. Boris Augurzky, Rheinisch-Westfälisches Institut fürWirtschaftsforschung (RWI), Essen, www.rwi-essen.de

„The trend is your friend“: Krankenhäuser schrieben nach einem Rückgang im Jahr 2013 auch 2014 wieder weniger häufig rote Zahlen als im Vorjahr: Nur 23 Prozent beklagten 2014 auf Konzernebene einen Jahresverlust. Im Jahr 2013 hatten noch 30 Prozent, 2012 sogar 34 Prozent einen Jahresverlust ausgewiesen. Das ist ein Ergebnis des „Krankenhaus Rating Reports 2016“. Das RWI, das Institute for Health Care Business GmbH und die Philips GmbH hatten für die Studie 517 Jahresabschlüsse aus 2013 und 333 aus 2014 untersucht, die insgesamt 871 Krankenhäuser umfassen.  „Krankenhaus Rating Report 2016: Leichter Aufwärtstrend hält an“ weiterlesen

Das neue Krankenhausstrukturgesetz: Was ist für Ärzte und Kliniken wirklich relevant?

von Dr. Christian Reuther, Fachanwalt für Medizinrecht, Dierks + Bohle Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Berlin, www.db-law.de

Das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) ist zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Dr. Christian Reuther fasst für Sie die wichtigsten Punkte des Gesetzes zusammen.  „Das neue Krankenhausstrukturgesetz: Was ist für Ärzte und Kliniken wirklich relevant?“ weiterlesen

Plötzlicher Rückgang an Klinik-Einweisungen? Das könnte an einer neuen Richtlinie liegen …

von Dr. Tobias Scholl-Eickmann, Fachanwalt für Medizinrecht, und Ass. iur. Benedikt Büchling, beide Kanzlei am Ärztehaus, Dortmund

| Fast unbemerkt hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die neue Krankenhauseinweisungs-Richtlinie (KE-RL) beschlossen, die am 30. April 2015 in Kraft trat. In ihrem Kern werden Vertragsärzte verpflichtet, vor der Einweisung in ein Krankenhaus alternativ alle ambulanten Behandlungsangebote in Erwägung zu ziehen. |

Die Regelungen im Überblick

Vertragsärzte sollen vor der Verordnung einer stationären Krankenhausbehandlung abwägen, ob die Behandlung ambulant fortgesetzt werden kann (§ 3). Erheblich erweitert wurde der dabei zu berücksichtigende Katalog, bei dem eine ambulante Behandlung als ausreichend erachtet wird. Hingegen entscheidet allein der Krankenhausarzt, ob der Patient stationär aufgenommen wird und wie er behandelt wird (§ 2 Abs. 8). Vor Einweisung in die Klinik sollte der Vertragsarzt erwägen, den Patient zu überweisen an (Auszug)

  • einen anderen Vertragsarzt mit entsprechender Zusatzqualifikation,
  • eine Notfallpraxis im Bezirk der Kassenärztlichen Vereinigung,
  • einen Krankenhausarzt mit einer Ermächtigung,
  • eine zur ambulanten spezial-fachärztlichen Versorgung zugelassene Klinik,
  • Hochschulambulanzen bzw. psychiatrische Institutsambulanzen,
  • ein Krankenhaus, das zur Durchführung ambulanter Operationen und stationsersetzender Eingriffe zugelassen ist,
  • geriatrische Fachkrankenhäuser oder Krankenhausärzte mit Ermächtigung zur ambulanten geriatrischen Behandlung,
  • sozialpädiatrische Zentren oder Kinderspezialambulanzen.

Praxishinweis | Diese Aufzählung ist – entgegen der früheren Richtlinie – nicht abschließend, sondern stellt nur Beispiele dar. Den Originaltext der Richtlinie finden Sie in unserem Downloadbereich (auf oh.iww.de einfach Downloads/Arbeitshilfen anklicken).

Beratungspflicht des Vertragsarztes

Der Vertragsarzt muss Patienten über die Notwendigkeit der stationären Behandlung und über geeignete Krankenhäuser beraten. Weist er ein, muss er dokumentieren, warum dies nötig war. Hierzu muss er auch Haupt- und Nebendiagnosen angeben. In geeigneten Fällen sind auch die beiden nächsterreichbaren, für die Behandlung geeigneten Krankenhäuser anzugeben.

FAZIT | Mit dieser Richtlinie werden niedergelassene Ärzte umdenken müssen. Gehen die Einweisungen in der Klinik deutlich zurück, könnte es also an den dargestellten Anforderungen aus diesem Regelwerk liegen.