Teilnahme eines Oberarztes an Experten-Kolleg verstößt gegen Nebentätigkeitsverbot

von RA, FA MedR Philip Christmann, Berlin/Heidelberg, christmann-law.de

Die Teilnahme eines in einer Klinik angestellten Oberarztes an einem sechsstündigen Experten-Kolleg, das von einem Medikamentenhersteller veranstaltet wird, inklusive eines Vortrags ist keine privilegierte (d. h. bevorrechtigte) Nebentätigkeit. Sie bedarf der Genehmigung durch den Dienstherren (Landesarbeitsgericht [LAG] Schleswig-Holstein, Urteil vom 08.11.2016, Az. 5 SaGa 5/16).. „Teilnahme eines Oberarztes an Experten-Kolleg verstößt gegen Nebentätigkeitsverbot“ weiterlesen

Entlassmanagement: Endlich geht‘s voran, doch um welchen Preis?

von RA Dr. Christian Bichler, FA MedR, Kanzlei Ulsenheimer & Friederich Rechtsanwälte, München und Berlin, www.uls-frie.de

Der Ablauf der Entlassung von gesetzlich krankenversicherten Patienten aus der stationären Versorgung ist im Rahmenvertrag geregelt, der vom Bundesschiedsamt beschlossen wurde. Dieser soll eigentlich am 01.07.2017 in Kraft treten. Während der GKV-Spitzenverband darin eine Verbesserung der Versorgung der Patienten erkennt, spricht die Deutsche Krankenhausgesellschaft von einem bürokratischen Super-GAU und legte beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg Klage ein. OH erläutert, worauf sich die Krankenhäuser und die Oberärzte als Verantwortliche einstellen müssen.  „Entlassmanagement: Endlich geht‘s voran, doch um welchen Preis?“ weiterlesen

Bundessozialgericht kürzt Krankenhäusern Vergütung für ambulante Operationen

von RA Benedikt Büchling und RA, FA für MedR Dr. Tobias Scholl-Eickmann, Kanzlei am Ärztehaus, Dortmund, www.kanzlei-am-aerztehaus.de

Der Patientenkontakt im Rahmen der Operation ist nicht geeignet, die Voraussetzungen des Abrechnungstatbestands der Grundpauschale (Nr. 08211 EBM) zu erfüllen, weil ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt neben der räumlichen und zeitlichen Anwesenheit von Arzt und Patient die direkte Interaktion derselben voraussetzt (4.3.1 Abs. 1 EBM). Dies entschied das Bundessozialgericht (BSG) mit Urteil vom 31.05.2016 (Az. B 1 KR 39/15 R). „Bundessozialgericht kürzt Krankenhäusern Vergütung für ambulante Operationen“ weiterlesen

Die Pflege aus Sicht des Leitungspersonals im Krankenhaus

von Dr. med. Marianne Schoppmeyer, www.medizinundtext.de, Nordhorn

Die Mehrheit der Chefärzte, Pflegedienstleiter und Krankenhaus-Geschäftsführer ist sich einig: Der steigende wirtschaftliche Druck auf bundesdeutsche Kliniken wirkt sich spürbar auf die Patientenversorgung aus. Insbesondere in der Pflege und der menschlichen Zuwendung werden laut einer Studie des Lehrstuhls für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen erhebliche Defizite wahrgenommen. „Die Pflege aus Sicht des Leitungspersonals im Krankenhaus“ weiterlesen

Außerklinische Versorgung technikabhängiger Patienten planen

von Bernd Hein, Fachjournalist Gesundheitswesen, Buch am Buchrain

Patienten, die langfristig von Medizintechnik abhängig bleiben, benötigen über die akutstationäre Therapie hinaus eine verlässliche Versorgung. Viele von ihnen werden in die Häuslichkeit überführt. Dann sind vom Tag der Entlassung an Strukturen erforderlich, die ihnen helfen, mit den krankheitsbedingten Defiziten umzugehen. Die Grundlage dafür muss bereits im Krankenhaus gelegt werden. Durch gezieltes Case Management kann der Oberarzt zu einer echten Stütze technikabhängiger Patienten werden. „Außerklinische Versorgung technikabhängiger Patienten planen“ weiterlesen

Die sektorenübergreifende QM-Richtlinie: praktische Umsetzung im Krankenhaus

von Claudia Schulte-Marxloh, zert. TQM-Auditor/Risk management officer

Am 16.11.2016 ist die sektorenübergreifende Richtlinie zum Qualitätsmanagement (QM) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Kraft getreten. Sie gilt für Vertrags(Zahn-)Ärzte und Krankenhäuser gleichermaßen. Die Richtlinie erweckt den Eindruck, als hätte ihr die DIN EN ISO 9001:2015 als Vorlage gedient: Zentrale Elemente der Norm wie z. B. Wissenstransfer, Schnittstellenmanagement und Fehlermeldesysteme finden sich auch in der QM-Richtlinie wieder. Trotzdem stehen auch Krankenhäuser, die nach DIN EN ISO zertifiziert sind, vor der Frage nach einer Umsetzung der Richtlinie.  „Die sektorenübergreifende QM-Richtlinie: praktische Umsetzung im Krankenhaus“ weiterlesen

So führen Sie Kritikgespräche konstruktiv und motivationserhaltend

von Diplom-Pädagoge Werner Fleischer, Beratung – Coaching – Moderation, www.ihrcoach.com

Der Gedanke, mit einem Assistenzarzt ein Kritikgespräch führen zu müssen, ruft bei vielen Oberärzten Unbehagen oder Vermeidungsreaktionen hervor: „Wie wird er/sie im Gespräch oder danach reagieren? Finde ich die richtigen Worte? Keinesfalls will ich verletzend sein.“ Verständliche Gedanken, schließlich geht es darum, einen Mitarbeiter mit einem unangenehmen Thema zu konfrontieren. OH stellt die zehn Grundsätze vor, wie Sie sich auf ein Kritikgespräch vorbereiten können und was es im Gesprächsverlauf zu beachten gilt, um erfolgreich zu sein. „So führen Sie Kritikgespräche konstruktiv und motivationserhaltend“ weiterlesen

Der Oberarzt als Sektionsleiter

von RA Marc Rumpenhorst, FA für ArbeitsR und MedizinR, Klostermann pp., Bochum, www.klostermann-rae.de

Die bisher klassische und auch in der Vergütungsstruktur der Tarifverträge abgebildete Betriebshierarchie einer Krankenhausabteilung besteht grundsätzlich aus einem Chefarzt an der Spitze, einem leitenden Oberarzt als ständigem Vertreter sowie einer Riege von Oberärzten – vom Allrounder bis zum Spezialisten – und sowohl Fach- als auch Assistenzärzten in Weiterbildung. Allerdings weist diese Hierarchie häufig eine Lücke zwischen dem Chefarzt und den Oberärzten auf. Hier kommt der Sektions- oder Departementsleiter ins Spiel. „Der Oberarzt als Sektionsleiter“ weiterlesen

Urteil des Bundesverfassungsgerichts zeigt: Patienten genügend Bedenkzeit vor OP geben!

von Dr. Kyrill Makoski, Fachanwalt für Medizinrecht, Kanzlei Möller und Partner, Düsseldorf, www.moellerpartner.de

Wer von Patienten für den Fall einer OP-Absage ein Ausfallhonorar erhalten möchte, sollte dies ausdrücklich vereinbaren. Der Patient sollte zudem darauf hingewiesen werden, bis wann er seine Zustimmung zum Eingriff ohne finanzielle Konsequenzen widerrufen kann. In allen anderen Fällen sollte sich der Arzt zurückhalten und nicht versuchen, den Patienten finanziell unter Druck zu setzen und so zu einer Einwilligung in einen Eingriff zu zwingen. Diese Lehren kann man aus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 14.09.2016 ziehen (Az. 1 BvR 1304/13). „Urteil des Bundesverfassungsgerichts zeigt: Patienten genügend Bedenkzeit vor OP geben!“ weiterlesen

„Wollen Sie das mal selbst operieren …?“ – Fünf Risiken beim Einsatz des Assistenzarztes

von Dr. Rainer Hellweg, Fachanwalt für Medizinrecht, armedis Rechtsanwälte, Hannover, www.armedis.de

Jeder Oberarzt kennt das Dilemma: Berufsanfänger auf Assistenzarztstellen können noch nicht wie ein Facharzt „vollwertig“ eingesetzt werden. Andererseits muss ihnen zugetraut werden, selbst tätig zu werden – sonst schreitet die Ausbildung nicht voran. „Learning by doing“ heißt hier also die Devise, die gerade in der Medizin eine wichtige Rolle spielt. Doch wo genau liegen die rechtlichen Grenzen, und worauf sollte der Oberarzt achten, um nicht auf juristisches Glatteis zu geraten? Wir haben die fünf wichtigsten Aspekte für Sie zusammengefasst. „„Wollen Sie das mal selbst operieren …?“ – Fünf Risiken beim Einsatz des Assistenzarztes“ weiterlesen