BSG erschwert Nachbesetzung von Arztstellen im Medizinischen Versorgungszentrum

von Rechtsanwalt Karsten Kienitz, KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Düsseldorf, www.kpmg-law.com

Das Bundessozialgericht (BSG) hat mit einem Urteil vom 4. Mai 2016 die Nachbesetzung von Arztstellen in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) deutlich erschwert (Az. B 6 KA 21/15 R, Abruf-Nr. 186727 ): Vertragsärzte müssen nach dem Richterspruch nun die Absicht haben, für mindestens drei Jahre im MVZ tätig zu sein, wenn sie auf ihre vertragsärztliche Zulassung zugunsten einer Anstellung im MVZ verzichten möchten. Derzeit lassen die Zulassungsausschüsse regelmäßig eine Beschäftigung der ehemaligen Vertragsärzte für ein oder zwei Quartale genügen. „BSG erschwert Nachbesetzung von Arztstellen im Medizinischen Versorgungszentrum“ weiterlesen

Oberarzt hat keinen vertraglichen Anspruch auf Beteiligungsvergütung gegenüber Chefarzt

Von Rechtsanwalt Benedikt Büchling, Kanzlei am Ärztehaus, Dortmund, www.kanzlei-am-aerztehaus.de

Ein Oberarzt hat keinen vertraglichen Anspruch darauf, dass sein Chefarzt ihm Anteile seiner Privatliquidationserlöse abgibt – selbst wenn die Berufsordnungen mancher Landesärztekammern dies vorsehen. Dies entschied das Amtsgericht (AG) Lüdinghausen in seinem Urteil vom 21. April 2016 (Az. 4 C 288/15).  „Oberarzt hat keinen vertraglichen Anspruch auf Beteiligungsvergütung gegenüber Chefarzt“ weiterlesen

Krankenhaus Rating Report 2016: Leichter Aufwärtstrend hält an

von Prof. Dr. Boris Augurzky, Rheinisch-Westfälisches Institut fürWirtschaftsforschung (RWI), Essen, www.rwi-essen.de

„The trend is your friend“: Krankenhäuser schrieben nach einem Rückgang im Jahr 2013 auch 2014 wieder weniger häufig rote Zahlen als im Vorjahr: Nur 23 Prozent beklagten 2014 auf Konzernebene einen Jahresverlust. Im Jahr 2013 hatten noch 30 Prozent, 2012 sogar 34 Prozent einen Jahresverlust ausgewiesen. Das ist ein Ergebnis des „Krankenhaus Rating Reports 2016“. Das RWI, das Institute for Health Care Business GmbH und die Philips GmbH hatten für die Studie 517 Jahresabschlüsse aus 2013 und 333 aus 2014 untersucht, die insgesamt 871 Krankenhäuser umfassen.  „Krankenhaus Rating Report 2016: Leichter Aufwärtstrend hält an“ weiterlesen

Was tun, wenn keiner mitmacht? – So gelingt Oberärzten die Führung von Assistenzärzten

von Diplom-Pädagoge Werner Fleischer, Beratung – Coaching – Moderation, www.ihrcoach.com

Wie motiviere ich meine Assistenzärzte? Was tun, wenn keiner mitmacht? Diese Fragen haben sich viele Oberärzte schon einmal gestellt. Ohne Zweifel fühlen sich die meisten Leitungskräfte für die Motivation innerhalb ihres Teams verantwortlich – zu Recht, denn sie werden letztlich an dieser Fähigkeit von Vorgesetzten und Mitarbeitern gemessen. Doch haben Oberärzte tatsächlich Einfluss auf die Motivation ihrer Mitarbeiter? Ist es überhaupt möglich, einen lustlosen Assistenten in einen motivierten zu verwandeln?  „Was tun, wenn keiner mitmacht? – So gelingt Oberärzten die Führung von Assistenzärzten“ weiterlesen

Modernes Instrument Telemedizin: Hat sie auch Risiken und Nebenwirkungen für den Arzt?

von Rosemarie Sailer, LL.M., Fachanwältin für Medizinrecht, Wienke & Becker – Köln, www.kanzlei-wbk.de

Im Zeitalter der Digitalisierung schafft die Telemedizin eine neue Form der ärztlichen Zusammenarbeit sowie der Patientenversorgung. Vorteil: Expertenwissen wird effizient genutzt, Doppeluntersuchungen werden vermieden und Befundmöglichkeiten ausgeweitet. Kurzum: Die Versorgung wird schneller und qualitätsgesichert – insbesondere in ländlichen Regionen. Während die Teleradiologie mancherorts schon Routine ist, schaltet in einzelnen modernen Praxen sogar der Hausarzt einen Internisten per Video bei der Behandlung zu. Doch wer haftet, wenn dabei etwas schiefgeht? „Modernes Instrument Telemedizin: Hat sie auch Risiken und Nebenwirkungen für den Arzt?“ weiterlesen

Weiterbildungsbefugter Arzt muss das Arbeitszeugnis nicht (mit) unterschreiben

von Dr. Tobias Scholl-Eickmann, Fachanwalt für Medizinrecht, und Rechtsanwalt Benedikt Büchling, beide Dortmund, www.kanzlei-am-aerztehaus.de

Ein Arzt in Weiterbildung hat nach Ende seines Arbeitsverhältnisses keinen Anspruch darauf, dass sein Arbeitsendzeugnis von seinem weiterbildungsbefugten Arzt mit unterzeichnet wird. Entsprechend muss ein weiterbildungsbefugter Oberarzt auch nicht das Arbeitszeugnis eines von ihm betreuten Assistenzarztes mit unterzeichnen. Dies entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen mit Urteil vom 6. Februar 2015 (Az. 3 Sa 266/14 ). Trotz der verbreiteten Praxis gibt es also keinen Anspruch darauf, dass der Weiterbilder das Arbeitszeugnis mit unterzeichnet. 
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Loyalität – wer sie fordert, muss Verantwortung übernehmen

von Diplom-Pädagoge Werner Fleischer, Beratung – Coaching – Moderation, www.ihrcoach.com

Loyalität ist eine Tugend, die jeder Klinikmitarbeiter – mehr oder weniger bewusst – von anderen erwartet: der Chefarzt von seinen Mitarbeitern und vom Geschäftsführer, der Oberarzt von seinen Assistenten und seinem Chefarzt, die Pflegeleitung von ihren Pflegekräften und umgekehrt. Doch Loyalität ist ein dehnbarer Begriff, dessen Auslegung eine große Spannweite zulässt. Während die einen unter Loyalität „unbedingte Treue“ verstehen, verkörpert sie für andere Anstand und die Achtung der Interessen anderer.  „Loyalität – wer sie fordert, muss Verantwortung übernehmen“ weiterlesen

OP-Checkliste bald Pflicht bei Eingriffen mit mehreren Ärzten oder mit Sedierung

von Rechtsanwalt Tim Hesse, Kanzlei am Ärztehaus, Dortmund, www.kanzlei-am-aerztehaus.de

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 17. Dezember 2015 eine sektorenübergreifende Qualitätsmanagement-Richtlinie beschlossen . Die Richtlinie gilt nun für Arzt- und Zahnarztpraxen sowie für Kliniken gleichermaßen. Sie fasst somit die drei bisher bestehenden Berichtssysteme zusammen. Neu ist z. B., dass eine OP-Checkliste geführt werden muss bei operativen Eingriffen, bei denen mindestens zwei Ärzte beteiligt sind oder bei denen eine Sedierung stattfindet. Die Richtlinie wird derzeit noch vom Ministerium geprüft und ist daher noch nicht in Kraft.  „OP-Checkliste bald Pflicht bei Eingriffen mit mehreren Ärzten oder mit Sedierung“ weiterlesen

Prof. Dr. med. Alexander Schachtrupp: „Jeder Oberarzt ist eine Führungsfigur“

Die fachliche Qualität der Oberärzte ist meist sehr gut. Doch bei den „Soft Skills“ sieht es manchmal anders aus. Wie also gelingt es Oberärzten, Gespräche souverän zu führen, neue Prozesse zu implementieren und die Assistenzärzte in ihrer Abteilung überzeugend anzuleiten? OH Oberarzt heute sprach mit Prof. Dr. Alexander Schachtrupp. Er ist Geschäftsführer der B.Braun-Stiftung, die ein spezielles Programm für Ärzte eingerichtet hat, um diese „Skills“ zu trainieren. Das Interview führte Dr. Lars Blady. „Prof. Dr. med. Alexander Schachtrupp: „Jeder Oberarzt ist eine Führungsfigur““ weiterlesen